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Travestiekomödie sorgt für viele Lacher

Travestiekomödie sorgt für viele Lacher

2011 überzeugte Matthias Schweighöfer im Film Rubbeldiekatz im Frauenfummel. Jetzt war das Werk als Theaterstück in Zweibrücken zu sehen.

Viel zu lachen gab es für die Besucher der Travestiekomödie Rubbeldiekatz, mit der am Mittwoch das Tourneetheater Thespiskarren in Zusammenarbeit mit Comödie Dresden im Heinrich-Gauf-Saal der Zweibrücker Festhalle gastierte. Ausverkauft war die Veranstaltung zwar nicht, das tat der Spielleidenschaft der Künstler aber keinen Abbruch. Das durchweg ältere Publikum nahm das Bühnengeschehen humorvoll auf.

Die Komödie hat den gleichnamigen Film von Detlev Buck zur Vorlage. Zusammen mit Anika Decker schrieb dieser das Drehbuch. Für die Bühnenfassung zeichnet Gunnar Dreßler verantwortlich, Christian Kühn für die Tourneefassung, nach der Inszenierung der Comödie Dresden von Max Giermann. Im Mittelpunkt steht Alexander Honk, der als Komödiant seine Chance wittert, in einer Filmproduktion mitspielen zu dürfen. Einziger Haken: Es ist eine Frauenrolle. Doch als Schauspieler bei der Verkleidungskomödie "Charleys Tante" weiß Alex sich auf hochhackigen Schuhen zu bewegen, ist oben Rundungen gewohnt und selbst das Parlieren mit hoher Stimme gelingt problemlos. Beim Casting für den Hollywoodstreifen läuft alles glatt. Wäre da nicht dieser "One-Night-Stand" mit Sarah. Denn, am Tag danach müssen beide zum Filmset und da erkennt Alexander, der dort als Alexandra agieren muss, dass er nach dem Drehbuch mit der inzwischen geliebten Sarah eine lesbische Beziehung haben wird. Für Turbulenzen ist reichlich gesorgt.

So kam das Zweibrücker Publikum immer wieder zum Mitlachen. Etwa wenn die beiden Brüder von Alexander dafür sorgen, dass dieser optisch mit Alexandra konkurrieren kann, indem ihm etwa die Beinhaare mit Klebeband im Breitbandformat entfernt werden oder passendes Rouge aufgetragen und damit Alexander erfolgreich aufgepeppt wird.

Jan van Weyde, Christian Kühn, Oliver Geilhardt und Rosetta Pedone schlüpfen bei der Bühnenhandlung in nicht weniger als einem Dutzend unterschiedlicher Rollen. Brillant dabei insbesondere Christian Kühn, der alles voll auslebt und mimisch wie stimmlich überzeugend agiert. Großartig, wenn er als schwuler Kostümbildner Harald vor dem Dreh den passenden Fummel heraussucht und geradezu köstlich die Erkenntnis im Anschluss, dass "Alexandra" im Schritt vielleicht doch noch zu sehr Alexander ist. Oder sich Harald liebevoll nach dem Termin erkundigt, wenn es endlich soweit sein wird. Witzig-tragisch gerät seine Hitlerdarstellung. Nicht allein als US-Regisseur John weiß Oliver Geilhardt zu glänzen und als große, starke, blonde "Deutsch-Frau" kommt Jan van Weyde bestens ins Bild. Ein Herz und eine Seele sind er und Rosetta Pedone als Sarah Voss nicht allein in passender Frauenkleidung. Die ehrliche Liebe in falschen Kleidern führt dann doch noch zum glücklichen Ende.