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Traurige Schicksale, mahnende Worte

Traurige Schicksale, mahnende Worte

Drogen, Beleidigungen, Diebstahl und Betrug: Keine Themen, die man im Zusammenhang mit jungen Menschen lesen möchte. Höchstens in diesem: Anschauungsunterricht. Den bekamen 18 Schüler aus der Höheren Berufsfachschule und der BOS1 in Zweibrücken im Rahmen einer Exkursion zum Zweibrücker Amtsgericht.

Der Ausflug ist Bestandteil der Rechts-AG der Schule. Die Schüler schauten sich mehrere Verhandlungen an und sprachen danach mit dem Staatsanwalt und dem Richter über die Fälle. Im Mittelpunkt der ersten Verhandlung stand ein junger Mann, der mit Amphetaminen, Haschisch und Marihuana sowie diversen Utensilien für den Drogenkonsum im Zug von Contwig nach Zweibrücken erwischt wurde. Er hatte schon mehrere Vorstrafen wegen Körperverletzung, Diebstahl und illegalen Waffenbesitz und hatte auch schon im Gefängnis gesessen. Dieses Mal nahm die Staatsanwaltschaft Rücksicht auf seine schwangere Partnerin, sein ungeborenes Kind und seinen Ausblick auf einen Arbeitsplatz. Der Richter schloss die Verhandlung mit dem Urteil "sechs Monate auf Bewährung". Angemessen oder zu milde? Darüber gingen die Meinungen auseinander. Einen nicht weniger nachhaltigen Eindruck hinterließ ein Angeklagter, der vor Gericht stand, weil er eine kleine Menge eines Medikaments gegen ADHS im Gefängnis an eine andere Gefangene weitergegeben hatte. Sein Motiv: Er wollte weiter in Haft bleiben. Der Mann erklärte, dass das Leben in Freiheit aufgrund familiärer Rückschläge für ihn keinen Sinn mehr habe. Außerdem wollte er eine Chance auf einen Drogenentzug bekommen. Am Ende der Verhandlung wandte er sich an das junge Publikum. Er bat die Schüler darum, niemals in die Drogenwelt einzusteigen und nahm sich als schlechtes Beispiel. Er erklärte, dass die Drogen sein ganzes Leben zerstört hätten.