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Totschlag an Vater: Ermittlungen in Zweibrücken gegen Sohn

Neue Erkenntnisse : Neue Erkenntnisse über Tötungsdelikt

Der 51-jährige Zweibrücker ist verblutet, zeigt das vorläufige Obduktionsergebnis. Der unter Tatverdacht stehende 23-jährige Sohn war nicht alkoholisiert.

Im Fall des in der Nacht zum 26. April getöteten 51-jährigen Zweibrückers gibt es neue Erkenntnisse – aber weiterhin viele noch offene Fragen.

Der Leichnam des Mannes wurde obduziert, teilte die Leitende Oberstaatsanwältin Iris Weingardt am Freitag auf Merkur-Nachfrage mit. „Nach dem vorläufigen Obduktionsbericht ist Todesursache ein Verbluten nach innen und außen sowie Bluteinatmung nach Messerstich“, schreibt die Zweibrücker Staatsanwaltschafts-Chefin.

Wie schnell der Tod eingetreten war, lasse sich derzeit nicht beantworten – der vorläufige Obduktionsbericht sei sehr kurz, das ausführliche Ergebnis werde erst in einigen Wochen erwartet. Davon erhofft sich Weingardt auch „weiteren Aufschluss über den Tathergang“.

Der 23-jährige Sohn des 51-Jährigen, der wegen dringenden Tatverdachts schon seit letzte Woche Freitagnachmittag in Untersuchungshaft sitzt (wir berichteten) hat bislang nicht zur Aufklärung des Todesfalls beigetragen – er habe sich „zum Tathergang nicht geäußert“, schreibt Weingardt.

Die Staatsanwaltschaft macht jetzt auch einzelne weitere Detail des tragischen Falls öffentlich. Der Tatort sei eine Wohnung in der Wilhelmstraße gewesen (im Wacken-Viertel). „Die Polizei wurde kurz nach ein Uhr informiert, der genaue Todeszeitpunkt ist noch nicht bekannt“, berichtet Weingardt. Der 23-jährige Beschuldigte sei „am Tatort festgenommen (worden), leistete bei der Festnahme keinen Widerstand und war nicht bewaffnet“. Ein Alkoholtest ergab einen Wert von 0,00 Promille. Ob Drogen eine Rolle gespielt haben könnten, müsse das ausführliche Obduktionsergebnis zeigen, sagt Weingardt.

Der Beschuldigte sei ebenso wie der Verstorbene deutscher Staatsangehöriger, die beiden seien die einzigen Bewohner der Wohnung gewesen.

Der Haftbefehl war wegen versuchten Totschlags erlassen worden. Ob auch Mord als Tatvorwurf infrage komme, könne man nach dem derzeitigen Ermittlungsstand noch nicht sagen, erläutert Weingardt.

Zum möglichen Tatmotiv gebe es zwar Spekulationen, aufgrund derer derzeit ermittelt werde, berichtet die Leitende Oberstaatsanwältin. Um die weiteren Ermittlungen nicht zu gefährden, könne sie hierzu noch keine Details öffentlich machen. Auch zu weiteren Fragen wie nach eventuellen Tatzeugen äußert sich Weingardt deshalb noch nicht.

In der Wilhelmstraße deutet eine Woche danach nichts mehr auf die Bluttat hin. Vor dem Tathaus – ein kleines Mehrfamilienhaus, in dem drei Parteien wohnen – standen am Freitag zwei Mülltonnen. Zwei Anwohner aus der Straße wussten nur wenig über die Familie – und machten unterschiedliche Angaben über die beiden: einmal wurden sie als eher unauffällig beschrieben, einmal wurde von häufigen früheren lautstarken Streits zwischen Vater und Sohn berichtet.