Anklage wegen Mordes Frau wegen Affäre umgebracht? Prozess gegen Ehemann beginnt heute

Zweibrücken · Der Mittdreißiger soll seine angeblich fremdgegangene Ehefrau Ende 2023 aus „Wut und Eifersucht“ umgebracht haben.

Tote in Keller in Zweibrücken: Prozess gegen Ehemann beginnt​ heute
Foto: Rainer Ulm

Einen grausigen Fund hatten am späten Abend des 4. Dezember 2023 Bewohner eines Mehrfamilienhauses in der Friedrich-Ebert-Straße im Zweibrücker Stadtteil Bubenhausen gemacht. Im Keller entdeckten sie eine Frauenleiche. Schnell geriet der damals 36 Jahre alte Ehemann in Verdacht, etwas mit dem Tod seiner Gattin zu tun zu haben. Er kam zweieinhalb Wochen später, konkret am 21. Dezember 2023, in Untersuchungshaft (wir berichteten).

Prozess wegen Mordes beginnt - Ehefrau im Keller getötet?

Hat der Mann sie ermordet? Diese Frage soll nun ein Prozess beantworten, der am 27. Mai am Landgericht Zweibrücken beginnt, teilte die Justizbehörde am Dienstag mit. Demnach sind weitere neun Verhandlungstermine bis in den Juli hinein geplant.

Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken bestätigte, die Anklage gegen den Mittdreißiger zum Landgericht erhoben zu haben – wegen Mordes an seiner Ehefrau. Die Ermittlungsbehörde legte „dem Angeschuldigten zur Last, seine Ehefrau heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet zu haben“ und nannte erstmals Details zum möglichen Tathergang und Tatanlass. Demnach habe sich „das spätere Tatopfer“ am Abend des 4. Dezember 2023 in den Keller „des gemeinsam bewohnten Anwesens“ begeben, wohin ihr der Mann gefolgt sei und seine Frau „überraschend von hinten“ angegriffen und ihr „mit einem Gegenstand derart heftig gegen den Kopf“ geschlagen habe, „dass sie wehrlos zu Boden“ gefallen sei. Dann habe der Angreifer „seiner Ehefrau mit einer unbekannten Tatwaffe mehrere Schnitt- und Stichverletzungen im Gesichts- und Halsbereich“ versetzt. „Das Opfer verstarb unmittelbar aufgrund der Schwere der Verletzungen“, schrieb die Staatsanwaltschaft weiter. Sie vermutete als mögliches Tatmotiv „Wut und Eifersucht“, nachdem der 36-Jährige „Kenntnis von einer Affäre seiner Ehefrau mit einem anderen Mann erlangt“ habe.

Tod durch 16 Schnitt- und Stichverletzungen

In der Mitteilung des Landgerichts hieß es dazu etwas konkreter: Der Ehemann habe seine Frau „mit 16 Schnitt- beziehungsweise Stichverletzungen“ getötet. Und die Staatsanwaltschaft erläuterte zusätzlich: „Wegen Mordes macht sich unter anderem strafbar, wer einen Menschen heimtückisch oder aus niedrigen Beweggründen tötet. [...] Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage, wenn sie aufgrund der Ermittlungen zu dem Ergebnis gelangt, dass eine Verurteilung wahrscheinlicher ist als ein Freispruch. Allein mit der Erhebung einer Anklage ist – ebenso wie mit dem Erlass eines Untersuchungshaftbefehls – weder ein Schuldspruch noch eine Vorverurteilung verbunden. Für alle Angeschuldigten gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung – und zwar in vollem Umfang.“

Gleichwohl hatte der Fall seinerzeit aufwändige Ermittlungen ausgelöst: Tagelang sicherten Kriminalisten im Todeshaus und dessen unmittelbarer Umgebung Spuren, die wiederum von Forensikern ausgewertet wurden. Und zig Polizisten streiften rings um den Bubenhauser Netto-Markt durchs Gelände, sogar mehrere Taucher suchten den nahen Hornbach am Ufer und unter Wasser ab. Nach der Obduktion der Leiche bestätigte das Polizeipräsidium Westpfalz in Kaiserslautern damals unserer Zeitung auf eine entsprechende Anfrage: „Die 33-Jährige wies Spuren von äußerer Gewaltanwendung auf, so dass von einem Tötungsdelikt ausgegangen wird. Das Fachkommissariat für Kapitaldelikte der Kriminaldirektion Kaiserslautern und die Staatsanwaltschaft Zweibrücken haben die Ermittlungen aufgenommen.“ Auch das Zweibrücker Ordnungsamt war daran beteiligt gewesen. Stadtsprecher Jens John hatte seinerzeit – nach einem diesbezüglichen Leser-Hinweis – bestätigt: „Ja, unser Ordnungsamt ist mit einem Mitarbeiter vor Ort gewesen, weil es eine Anforderung für einen neutralen Durchsuchungszeugen gab.“ Denn einen solchen Zeugen brauche die Polizei bei Hausdurchsuchungen: „Theoretisch kann das auch ein Anwohner sein. Aber in Zweibrücken wird gerne jemand vom Ordnungsamt gerufen.“

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