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Thomas-Mann-Schule: Ute Grub wird 80

Serie Eine von uns : Ein Leben für die Kinder

Die langjährige Leiterin der Thomas-Mann-Grundschule, Ute Grub, wird am Sonntag 80 Jahre alt.

„Ich habe es nie bereut!“ sagt Ute Grub glücklich, Damit meint die langjährige Leiterin der Thomas-Mann-Grundschule ihre Entscheidung, mit Kindern zu arbeiten. „Schuld ist meine Mutter“, erinnert sie sich an eigene Berufsträume wie Dolmetscherin oder Stewardess. Doch Mutter Lotte riet der Jugendlichen mit dem großen Talent im Umgang mit Kindern: „Mach doch etwas, das Du auch mit 50 noch ausüben kannst.“

Nach ihrem Abitur im „Backfisch-Aquarium“, wie ihr Ehemann Siegfried und seine Kommilitonen das Mädchengymnasium in Kaiserslautern scherzhaft nannten, ließ sich Ute Grub dort an der Pädagogischen Akademie zur Grund- und Hauptschullehrerin ausbilden. Dank ihres guten Examens durfte sie sich ihren Wirkungsort aussuchen und wünschte sich, so heimatnah wie möglich, Stambach.

Durch eine Verwechslung mit einer anderen Ute, sollte sie zunächst nach Pirmasens, doch die beiden Frauen durften tauschen. „Es war eine wunderbare Zeit“, schwärmt die pensionierte Pädagogin. Weil ihr Kollege krankheitsbedingt häufig ausfiel, unterrichtete sie die beiden Klassen, die in erstes bis viertes und fünftes bis achtes Schuljahr unterteilt waren, oft gemeinsam.

„Bewusstseinsbildung war mir immer ein großes Anliegen“, berichtet die rüstige Senioren mit jugendlichem Lächeln. Ihrem altersübergreifenden Geschichtsunterricht seien alle Schüler neugierig und aufmerksam gefolgt. Sie sagt: „Ich habe viel von den Kindern gelernt“, und schaut auf zahlreiche Kinderfotos, die ehemalige Schüler ihr geschenkt haben und die neben den Bildern ihrer beiden Töchter Bärbel und Helge sowie ihrer vier Enkelinnen einen Ehrenplatz an der Wand im Esszimmer haben.

Zwei Jahre unterbrach die junge Mutter ihre Schullaufbahn, bis bei der 1963 geborenen Bärbel wegen Lehrermangel etliche Stunden ausfielen. „Dann komm du doch“, holte ihr ehemaliger Lehrer die Pädagogin in den Schuldienst zurück. Dieser empfahl die „Powerfrau“ mit dem enormen Organisationstalent, als für die Thomas-Mann-Schule eine neue Schulleitung gesucht wurde. „Ich habe die Stelle bekommen, gegen einen Mann“, triumphiert Ute Grub noch heute.

30 Jahre lang war sie bei Schülern und einem Kollegium, „das kann man nur malen“, äußerst beliebt. Sie setzte die Kollegen nach ihren Talenten ein und hatte den Mut, große Projekte wie etwa das Musical Tabaluga mit der ganzen Schule zu realisieren. Die Kletterwand im überdachten Außenbereich gibt es noch heute. „Das war eine richtig gute Zeit“, sagt sie zufrieden. „Nicht kleckern, sondern klotzen“, sei von jeher ihre Devise. So hielt sie es auch im Reit- und Fahrverein, dem die Familie beitrat, als die zehnjährige Bärbel mit dem Reiten begann. Schnell übernahm Ute Grub das Amt der Jugendwartin, fuhr mit Mann und den Vereinskindern auf die Turniere, zunächst mit Schulpferden, später mit der eigenen Stute Doublette dazu. Dazwischen ging sie mit ihrem Mann auf Reisen, erkundete die Kunstgeschichte interessanter Städte, genoss Schiffsreisen in ferne Länder oder erholte sich im Thermalbad Badenweiler.