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Theater-AG des Helmholtzgymnasiums spielt „Romulus der Große“

Zwei Vorstellungen der Theater-AG des Helmholtzgymnasiums : Zwei Mal Romulus der Große

Zwei Abende lang bringt die Theater-AG des Helmholtzgymnasiums in Althornbach die tragische Komödie um den letzten Kampf um das Römische Reich aus der Feder des Sarkastikers Friedrich Dürrenmatt auf die Bühne.

Der Geruch nach Farbe füllt das Dorfgemeinschaftshaus in Althornbach. Augenscheinlich kürzlich frisch gestrichene Stühle gehören zu der Bühnendekoration. Teilkostümiert und unter voller Beleuchtung, proben die Schüler der Theater-AG des Helmholtzgymnasiums bereits seit Montag an jedem Nachmittag für ihren großen Auftritt: Zwei Abende lang, am Freitag und Samstag, 13. und 14. März jeweils ab 19.30 Uhr, führen sie auf dieser Bühne die tragische Komödie „Romolus der Große“ des Schweizer Schriftstellers und Dramatiker Friedrich Dürrenmatt (1921-1990) auf.

„Vaterland nennt sich der Staat immer dann, wenn er sich anschickt, auf Menschenmord auszugehen“, erklärt gerade der letzte Römische Kaiser Romulus der Große seiner Tochter Rea. Damit ist klar: Friedrich Dürrenmatt übt Gesellschaftskritik. „In einer Art und Weise, die das Stück auch nach 60 Jahren hoch aktuell erscheinen lässt“, erklärt die Leiterin der Theater-AG, Lisa Wagner. Die Geschichts- und Deutschlehrerin hat eine besondere Vorliebe für Dürrenmatts böse-sarkastischen Stil und eben seine klare Kritik etwa an der Willkür und der Manipulation des Staates. So ist es das zweite Dürrenmatt-Stück, das diesmal 15 Schülerinnen und Schüler altersübergreifend von der siebten bis zur 13. Klasse auf die Bühne bringen. Dort wird gestritten, geliebt, gefleht, intrigiert, manipuliert und Phrasen werden gedroschen.

Bereits wenige Tage vor der Premiere beeindruckt das schulische Laienspiel-Ensemble mit seiner großartigen Ausdruckskraft, mit der es die Charaktere schauspielerisch charakterisiert und große Gefühle mit erlebbar macht, von hingebungsvollem Schmachten über abstoßende Arroganz oder Machtgier bis hin zu eiskaltem Geschäftssinn oder weiser Gelassenheit. Bemerkenswert ist die tiefe Verständigkeit der Schüler für Thema und Rollen, spürbar durch das sichtlich überlegte Agieren. Eineinhalb Jahre lang haben sich die 12- bis 18-Jährigen auf diese Abende vorbereitet, besonders intensiv auf den Transport von Stimmungen und Gefühlen. Sorgsam hat Lisa Wagner die Darsteller für die einzelnen Rollen ausgewählt.

In „Romulus der Große“ erhebt sich der letzte römische Kaiser zum Richter über den in seinen Augen verkommenen und dekadenten Staat. In der Folge überlässt er das Römische Reich kampflos den überlegenen Germanen. Um das Reich doch noch vor dem Untergang zu bewahren, gibt sein designierter Schwiegersohn, der aus der Gemanischen Gefangenschaft hasserfüllt zurückgekehrte Feldherr Ämilian, seine Verlobte Rea dem gerissenen Geschäftsmann Cäsar Rumpf. Der untypische Kaiser will das sinnlose Opfer nicht dulden, weil er findet, die Liebe zu einem Menschen ist wichtiger als die zum Vaterland.

Der Eintritt an der Abendkasse kostet fünf Euro, ermäßigt drei Euro, Spenden zu Gunsten der Theater-AG werden gerne angenommen. Während die Premiere fast ausverkauft ist, sind für Samstag noch Plätze frei.