Terrag stellt neue Schleuse vor

120 000 Tonnen Stäube möchte Terrag pro Jahr auf der Mülldeponie verarbeiten. Die Schleuse, die garantiert dicht sein soll, soll Ende April offiziell in Betrieb genommen werden. Darüber informierte Terrag gestern.

"Ein Tor ist immer geschlossen. Damit entsteht kein Durchzug", erläuterte Geschäftsführer Gerhard Scherer das Prinzip der Schleuse der Konditionierungsanlage der Firma Terrag auf dem Gelände der Mülldeponie Rechenbachtal. Die Test- und Probephase sei fast abgeschlossen. Am 30. April gehe die Schleusenanlage offiziell in Betrieb.

Vor fast einem Jahr hatte Terrag einen Antrag für eine Schleuse gestellt. Damit wollte man dem Wunsch der Anwohner in Mörsbach nach mehr Sicherheit nachkommen. "Ich hoffe, dass die Anlage zur Beruhigung der Situation beiträgt", sagte der Terrag-Presseverantwortliche Hubert Immesberger. Rund 100 000 Euro investierte Terrag in die Anlage. Durch die Schleusenfunktion werde nach Aussage des Betreibers ausgeschlossen, dass durch Wind nasses Material aus dem Verladebereich auf die Betriebsfläche gelangen kann. Die Bevölkerung hatte befürchtet, dass es aufgrund der exponierten Lage zu Verwehungen kommen kann. Bis zum Einbau der Schleuse wurden die mit Wasser behandelten Stäube in der offenen Halle abgefüllt.

Terrag hat aber nicht nur Rolltore an der über 30 Meter hohen Anlage angebracht. Der Turm wurde im Bereich der Tore auch um insgesamt sieben Meter breiter. "Der Platz wird benötigt, damit die Speziallaster beim Befüllen nach vorne fahren können", erläuterte Immesberger. Wegen des Kohlenmonoxidausstoßes des Lasters sei eine gleichzeitige Schließung beider Tore nicht machbar, sagte Scherer.

Aufgrund der Witterungsbedingungen mit Nässe, Schnee und Wind im Frühjahr habe sich die Installation der Schleuse verzögert, sagte der Terrag-Sprecher. Anderseits konnten wegen dieser Verhältnisse auch weitere Optimierungen der Anlage vorgenommen werden. Zum Beispiel bei den Gummilippen der Lichtleisten. Die ursprünglich vorgesehenen seien für tiefere Temperaturen ungeeignet gewesen.

Bis zu 30 Mal am Tag werden die Tore der Kategorie drei, die einen Wind in Orkanstärke aushalten sollen, geöffnet und geschlossen. Gesteuert werden die Tore aus der Leitwarte heraus. Für zusätzliche Sicherheit beim Ein- und Ausfahren sorgt eine Ampelsteuerung. Bei Störungen können die Tore auch manuell bedient werden. Der Betrieb der Anlage läuft von 7.30 bis 16 Uhr.

Rund 120 000 Tonnen Stäube will Terrag im Jahr verarbeiten. Scherer sagte, dass man beim Antrag für eine Ausweitung der Genehmigung warte, bis die vom Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken beantragte Erweiterung der Deponie von der Struktur- und Genehmigungsdirektion genehmigt ist. Neben der Konditionierungsanlage sorgte diese Erweiterung für Proteste in Mörsbach .

"Von dem Widerspruch wurden wir überrascht. So was haben wir noch nicht erlebt", sagte Scherer. Die Anlage auf der Deponie im Rechenbachtal sei die fünfte, die Terrag betreibt. Und bei jeder neuen Anlage seien Verbesserungen aufgenommen worden. "Die Anlagen wurden ständig verbessert." Die Anlage in Zweibrücken sei derzeit die modernste Behandlungsanlage für staubförmige Abfälle im Südwesten Deutschlands. "Wir sind für Industrieunternehmen in der Region ein wichtiger Partner."