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Terrag-Bekenntnis reicht BI nicht

Terrag-Bekenntnis reicht BI nicht

Die Firma Terrag hat zwar eingeräumt, wohl Verursacher der Schnee-Verfärbungen neben der Mülldeponie zu sein. Doch die BI Mörsbach fordert eine klarere Verantwortungsübernahme. Und die Politiker müssten aus dem Störfall lernen.

Die Bürgerinitiative Mörsbach ist verärgert über Terrag. Obwohl aus dem vom UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken ) in Auftrag gegebene Gutachten die Firma "klar als Verursacher" des verfärbten Schnees hervorgehe, habe Terrag "immer noch keine klare Verantwortung übernommen".

So habe Terrag nur erklärt, dass es "offenbar" beim Filterwechsel Verwehungen gegeben habe, nach den Analysen sei das "nicht auszuschließen" (wir berichteten). "Das ist zu wenig", findet BI-Sprecher Dennis Nizard. Am 7. Februar deutete verfärbter Schnee neben der Deponie Rechenbachtal auf einen Störfall hin. Der Deponiebetreiber UBZ ließ daraufhin durch einen unabhängigen Sachverständigen ein Gutachten erstellen. "Das hat uns der UBZ auch gleich zur Verfügung gestellt", dankt Nizard. Auf einer Skizze hat der UBZ die verunreinigte Fläche eingezeichnet. Die BI errechnet daraus eine Fläche von mindestens 7000 Quadratmeter. Das entspricht fast der Fläche eines Fußballfeldes. Laut dem Gutachten wurde in einer Entfernung von 15 Metern von der Terrag-Konditionierungsanlage eine Staubbelastung von 70,9 Gramm pro Quadratmeter gemessen. In 55 Metern Entfernung noch immer 7,2 Gramm pro Quadratmeter. Dabei handele es sich keineswegs nur um einige Gramm, wie es Terrag darstelle, sondern es sei ein Zentner Staub verweht worden, errechnet die Bürgerinitiative. Zudem befürchtet die BI, das sich in den Schwermetall-Stäuben auch Dioxine und Furane befinden, die an den Staub gebunden sind. Das wurde bislang nicht analysiert. Die BI bezweifelt auch die Terrag-Aussage, dass durch den Staubniederschlag keine Gefährdung vorliege, da alle Grenzwerte klar unterschritten seien. "Da liegt sehr wohl eine Gefährdung von Boden, Wasser, Mensch und Natur vor", glaubt Nizard. Insbesondere für Passanten und Beschäftigte der Deponie. Laut SWR kommt die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD Süd) aber zum gleichen Schluss wie Terrag, dass keine Gefährdung vorliege.

Die Bürgerinitiative wirft Terrag vor, bisher keine Anstalten zu machen, den Schaden durch den Störfall zu beheben. "Der UBZ ist bemüht, sich durch die Installation der Messstellen und durch die Weitergabe des Gutachtens, Vertrauen in der Bevölkerung zurückzugewinnen", lobt Nizard den UBZ, der sich damit "auf dem richtigen Weg" befinde. Anders die Firma Terrag: "Die verspielt durch ihr Verhalten und ihre Informationspolitik weiteres Vertrauen."

Für die BI ist die Verunreinigung ein weiterer Beleg, dass die Konditionierungsanlage an diesem Ort "völlig deplatziert" ist. Es sei nicht alles so unproblematisch wie immer dargestellt. "Nicht immer bringt der Schnee alles an den Tag." Die BI appelliert an die Politiker, endlich zu erkennen, welche "unbeherrschbaren und gefährlichen Abläufe" es auf dem Gelände gebe. "Es ist an der Zeit, statt die Aktivitäten auszuweiten, sie auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren und auf regionalen Müll zu begrenzen."