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Terex und IG Metall erzielen Durchbruch bei heiklen Fragen

Terex und IG Metall erzielen Durchbruch bei heiklen Fragen

Die Einigung bezüglich flexiblerer Arbeitszeiten gilt bereits ab nächstem Monat. Die Neuregelung des Leistungsentgelts greift ab Januar 2016 bei Terex.

Bei Terex hat es gestern einen Durchbruch in dem monatelangen Streit um Fragen zu Leistungsentgelten und flexibler Arbeitszeit gegeben. Das erklärte Ralf Cavelius, bei der IG Metall Homburg-Saarpfalz zuständig für Terex, dem Merkur auf Anfrage. "Ab Januar 2016 gibt es ein Leistungsentgelt mit einer Zielerreichungs-Zusage, wir kommen hier also aus dem eingefrorenen Leistungsentgelt heraus. Künftig gibt es eine Kompensationszulage in Höhe von 20 Prozent, diese ist tarifdynamisch; ferner gibt es eine Leistungszulage in Höhe von 16 Prozent - diese 16 Prozent sind geknüpft an Ziele, die das Unternehmen definieren kann, es kann ein Ziel sein etwa bezüglich Ertrag oder Produktivität", sagte Cavelius. "Wichtig ist: Dieses Ziel muss erreichbar sein", betonte der Metaller.

Er nannte ein Beispiel, wie das Unternehmensziel mit der Leistungszulage gekoppelt werde: Terex wird künftig etwa ein Ertragsziel vorgeben. Wird dieses in voller Höhe erreicht, erhalten die Beschäftigten die 16 Prozent Zulage komplett. Wird das Ertragsziel zur Hälfte erreicht, wird die Hälfte der Zulage ausgezahlt, in dem Fall also acht Prozent.

Bezüglich der Frage einer flexibleren Arbeitszeit gestand der Gewerkschafter, dass man "eine Kröte geschluckt" habe. Künftig könne der Arbeitgeber "sehr schnell, von heute auf nächste Woche", die zu erbringende Arbeitszeit nach oben oder unten hin verändern. Die geleistete Mehrarbeit fließe dann in ein Konto, von dem dann - im Falle von zu geringer Arbeitszeit - Stunden abgezogen werden können. Cavelius: "Wichtig ist, dass dieses Zeitkonto binnen zwölf Monaten genullt werden muss. Der Arbeitgeber hat also nicht die Möglichkeit, über einen langen Zeitraum Überstunden ohne Ende anzuhäufen." Wichtig sei auch, dass der Arbeitnehmer künftig - nach Absprache mit seinem Vorgesetzten - selbst auf dieses Zeitkonto zugreifen und spontan mehrere Stunden daraus nehmen kann, um mehr Freizeit zu haben. Die Regelung bezüglich der flexibleren Arbeitszeit gelte bereits ab Januar 2015, sagte Cavelius. Der Metaller erklärte, er hoffe, dass nun, nach dieser Einigung, wieder Ruhe bei dem Kranbauer einkehren werde.