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Terex setzt wieder stärker auf Namen Demag

Terex setzt wieder stärker auf Namen Demag

Wenn Namen wie im Sprichwort Schall und Rauch sind, schallt und raucht es beim größten Zweibrücker Arbeitgeber Terex im Moment gewaltig. Zoomlion, Demag, Konecranes geistern da durch die Flure und Werkshallen – es geht um Fusionspartner und Markenbezeichnungen.

Sie stammen zwar aus den Zweibrücker Werken der Terex-Cranes, doch nicht nur alteingesessene Rosenstädter verbinden mit den Riesenkränen seit jeher den Namen Demag (Deutsche Maschinenbau-Aktiengesellschaft). 1954 übernahm Demag die Zweibrücker Dinglerwerke. Und unter Demag firmierte der Zweibrücker Kran-Bauer, bis er 2002 an die Terex Corporation überging. Offenbar verbinden auch die Kunden auf der ganzen Welt mit den Zweibrücker Kränen immer noch eher den Qualitätsnamen Demag als Terex, daher soll mit dem alten Markennamen nun wieder intensiver geworben werden.

Bei der Münchner Baumaschinenmesse Bauma vom 11. bis 17. April wolle das Unternehmen seine Produkte wieder unter dem alten Markennamen (Branding) laufen lassen, erklärte Eduard Glass, Betriebsratschef in Zweibrücken . "Wir begrüßen das. Es ist ein Markenname wie Tempo bei Taschentüchern. Wenn dadurch mehr Krane verkauft und Arbeitsplätze langfristig gesichert werden, ist uns das sehr recht." Dieses Vorhaben sei bei einer Belegschaftsversammlung vor zwei Wochen verkündet worden. Ralf Cavelius, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Homburg-Saarpfalz ergänzte, dass es momentan Verhandlungen mit dem früheren Besitzer Siemens über den Rückkauf der Demag-Namensrechte gebe. Terrag-Sprecherin Britta Heyn entgegnete, man besitze hierfür eine ausreichende Lizenz. Der Zweibrücker Standortleiter Klaus Beulker war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Derweil ist Bewegung in die Fusionsverhandlungen zwischen Terex und dem finnischen Unternehmen Konecranes gekommen, die letzten August angekündigt wurden. Am 26. Januar hatte das chinesische Unternehmen Zoomlion einen unaufgeforderten, unverbindlichen Akquisitionsvorschlag vorgelegt, wie Sprecherin Heyn auf Anfrage erklärt. Die Chinesen bieten 30 US-Dollar pro Terex-Aktie. Das Angebot müsste allerdings noch unter anderem durch die Regulierungsbehörden in China und den USA sowie die Zoomlion-Aktionäre bestätigt werden. Zwar halte Terex an der geplanten Fusion mit Konecranes (wir berichteten) fest. Doch wie Heyn ausführt, haben Terex und Konecranes vergangenen Freitag bekannt gegeben, "ihre Aktivitäten im Rahmen der Integrationsplanung vorerst ruhen zu lassen. Dafür hätten Terex und Zoomlion eine Vertraulichkeitsvereinbarung geschlossen und Gespräche aufgenommen.

Der Terex-Verwaltungsrat (Board of Directors) prüfe das Zoomlion-Angebot "pflichtgemäß im engen Austausch mit seinen Rechts- und Finanzberatern". Allerdings empfehle der Verwaltungsrat weiterhin die Fusion mit Konecranes. Beide Firmen "setzen die Erstellung und Einreichung aller notwendigen Unterlagen fort, um die zum Abschluss der Fusion erforderlichen kartellrechtlichen und behördlichen Zulassungen sowie die Genehmigung der Aktionäre zu erhalten", so Heyn.

Der Zweibrücker Betriebsratschef Eduard Glass erläutert, dass es bei Terex ungeschriebenes Gesetz sei, dass man einem Verkauf zustimmen würde, wenn eine andere Firma ausreichend böte. Das habe Ex-Firmenchef Ron DeFeo vor Jahren betont. Glass zeigt sich nicht überzeugt, dass das Zoomlion-Angebot den Terex-Aktionären ausreiche, auch seien die Chinesen wirtschaftlich seines Wissens nicht gut genug aufgestellt, um den Kauf abwickeln zu können. Die Fusion mit Konecranes bleibe aktuell wahrscheinlicher, zumal eine Arbeitsgruppe permanent tage und es Treffen der Unternehmen in London gegeben habe. Die IG Metall sähe für die Fusion mit den Finnen "kaum Auswirkungen auf Zweibrücken " (Ralf Cavelius). Dafür seien bei den Produkten die Schnittmengen zu klein.