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Terex-Führung stellt in Streit um Lohn Standort Zweibrücken infrage

Terex-Führung stellt in Streit um Lohn Standort Zweibrücken infrage

Die Terex-Geschäftsführung und der Betriebsrat streiten vor der Einigungsstelle über das Entgeltsystem. Ein Ergebnis ist nicht in Sicht. Ohne eine Einigung müsse man „Einschnitte vornehmen“, warnt die Unternehmensführung.

Beim Zweibrücker Kranbauer Terex kehrt keine Ruhe ein. Nach den Entlassungen von 87 Mitarbeitern im vergangenen Jahr rumort es weiter. Vor allem das Entgeltsystem für rund 800 Mitarbeiter in der Produktion sorgte für Unruhe. In der vergangenen Woche wurden die Gespräche darüber vor der Einigungsstelle unter dem Vorsitz des unparteiischen Roland Lukas ohne Ergebnis vertagt. Die Unternehmensführung wirft dem Betriebsrat vor, die Verhandlungen hinsichtlich des variablen Entgelts abgebrochen zu haben.

Dem widerspricht IG-Metall-Sekretär Ralf Cavelius energisch: "Die Verhandlungen wurden vertagt." Es gehe um rund 800 Euro pro Monat für die Mitarbeiter.

Der Terex-Standortverantwortliche Klaus Beulker sagt: "Wir sind traurig über den Abbruch der Verhandlungen ." Für den Terex-Standort Zweibrücken sei das eine große Belastung. Die bestehende Unsicherheit belaste sowohl die Mitarbeiter als auch das Management-Team hinsichtlich der Frage, "ob dieser Standort zukunftsfähig ist".

Der Standortverantwortliche führt weiter aus, dass die Unternehmensführung "gezwungen" sei, "Einschnitte vorzunehmen", falls es in den nächsten Wochen zu keiner Einigung komme. Die Einschnitte seien notwendig, um wirtschaftlich erfolgreich zu seien und langfristig Arbeitsplätze zu erhalten. Planungen hat das Unternehmen nach Beulkers Angaben bereits aufgenommen, ohne weiter darauf einzugehen. Ohne eine Einigung könnte die Gefahr bestehen, dass Entscheidungen des Managements nicht für den Standort Zweibrücken getroffen werden.

Nach Angaben des Gewerkschaftssekretärs Cavelius sei in Mitarbeitergesprächen wegen der "wirtschaftlichen Schieflage" mit der Schließung des Werkes Bierbach, wo die Gittermastkrane abgenommen werden, gedroht worden. Rund 150 Mitarbeiter wären davon betroffen. Auch Auswirkung auf die Ausbildungsplätze seien angesprochen worden, sagt Cavelius.

Hintergrund sind die unterschiedlichen Entgeltmodell-Vorstellungen. So möchte Terex ein Zeitentgelt, das sich nach Einschätzung der Gewerkschaft nicht "an harten Kennzahlen" orientiert, sondern an nicht messbaren Kriterien wie effektives Arbeiten oder Materialverbrauch. Der Betriebsrat möchte dagegen ein Leistungsentgelt, das dem früheren Akkord entspreche. Für die Mitarbeiter seien das keine abstrakten Begriffe, sondern "konkrete Summen", betont Cavelius. Neben dem Entgeltmodell wird in der Einigungsstelle auch über die Flexibilisierung der Arbeitszeit verhandelt.