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TAF-Meisterschaften in Neunkirchen wurden abgesagt

TAF-Meisterschaften in Neunkirchen wurden abgesagt : Trauer bei Freunden des orientalischen Tanzes

Die Zweibrückerin Elena Loch hatte sich so gefreut, in Kooperation mit dem Verband TAF die Deutschen Meisterschaften im orientalischen Tanz, Tribal Dance und Bollywood durchzuführen. Doch Corona-bedingt musste die Veranstaltung in der Neunkircher Gebläsehalle nun abgesagt werden.

Es wäre so schön gewesen, Freunde des orientalischen Tanzes, von Tribal Dance und Bollywood hätten sich freuen dürfen: Erstmals sollte in unserer Region vom Tanzverband TAF die Deutsche Meisterschaft darin ausgetragen werden. Rund 400 Teilnehmer und weitaus mehr interessierte Gäste erwarteten die Initiatoren, TAF-Ressortleiter Michael Schlotmann-Haßenpflug, genannt Zohar, und Elena Loch aus Zweibrücken am 12. und 13. September in der Gebläsehalle Neunkirchen.

Doch mit Corona kam alles anders. „Die Meisterschaft für dieses Jahr ist komplett abgesagt“ bedauert Elmira, die „fast Amok läuft“. Doch die vorgeschirebenen „Hygienemaßnahmen“ seien nicht zu stemmen. Sie anerkennt: „Wie sollen wir mit Abstand tanzen? Das nimmt der Show komplett den Charme“. Da auch das Training für Gruppen kaum möglich ist, ist die TAF auf kommendes Jahr verschoben. Ob „Elmira‘s Orient“ am 21. November in der Festhalle stattfinden kann, stehe noch in den Sternen.

Für die Inhaberin des Zweibrücker Bauchtanzstudios Elmira’s Orient am Eishallenkreisel kam die Anfrage zu einer Kooperation mit dem Verband TAF wie eine Gebetserhörung. Seit 2015 fährt die erfolgreiche Trainerin jedes Jahr mit ihrem halben Studio, Solo-Tänzern, Duos, Gruppen und Formationen zumeist nach Norddeutschland, zumindest jedoch in den Norden von Nordrhein-Westfalen. Ein gigantischer Aufwand.

Das weiß auch Zohar, der die TAF DM 2004 ins Leben gerufen hat, denn die Teilnehmer kamen vorwiegend aus Deutschlands Norden und Mitte, nur wenige reisten aus dem Süden an. Seine Suche nach einem kompetenten Kooperationspartner im süddeutschen Raum, um die TAF jährlich wechselnd in beiden Hälften der Bundesrepublik durchzuführen, fand im Oktober 2019 ein glückliches Ende. Der Stargast auf der Jubiläums-Show „10 Jahre Elmira‘s Orient“ in der Festhalle war höchst beeindruckt von der Professionalität, mit der Elena Loch ihre eigene Verstaltung plant, organisiert und durchführt – inklusive aller Auftritte ihrer weit über 100 Schülerinnen und ihrer eigenen Vorstellungen.

Die Zweibrückerin, die selbst schon alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt und daher seit drei Jahren bei den Meisterschaften als Jurorin fungiert, weiß, dass mit Mitte 50 ihre biologische Uhr für ihre Solo-Karriere tickt. Die Mit-Ausrichtung der TAF Deutschen Meisterschaft sieht sie als zusätzliches Standbein zu ihrem hoch frequentierten Bauchtanzstudio.

Ihre Schüler waren begeistert, hätte die kurze Entfernung doch für viel mehr Gruppen die Gelegenheit geboten, sich endlich einmal auf „der Deutschen“ zu präsentieren und nicht nur den Ausgewählten zu ihren Medaillen, Pokalen und Preisen zu gratulieren. „Wir hätten eine völlig neue Konkurrenz-Situation bekommen“, ist sich Elmira sicher, denn im saarländischen Neunkirchen wären vorwiegend Teilnehmer aus den süddeutschen Bundesländern angetreten.

Gerne hätte sie die Veranstaltung nach Zweibrücken geholt, doch „die Festhalle ist einfach zu klein“. Die Gebläsehalle bietet allein über 1000 Sitzplätze und eine größere Bühne. Während sie sich vor Ort um Dinge wie zum Beispiel Catering kümmern wird, übernimmt Zohar weiterhin die Ausschreibung und die Verpflichtung der Juroren.

Mit Rücksicht auf ihre Schülerinnen, backt Elena Loch auf in Zukunft hierbei kleine Brötchen. „Ich richte dann nur die Solo-Auftritte aus, denn ich kann in keiner Jury sitzen, wenn meine Tänzer auftreten.“ Die Solo-Tänzer integrieren sich für die TAF Deutsche Meisterschaft in Gruppen oder Duos, sodass alle dort auf der Bühne stehen können.

Viel Arbeit für die Lehrerin, die nicht nur sämtliche Choreografien maßgeschneidert auf die jeweiligen Persönlichkeiten und Gruppen kreiiert, sondern meist auch die Kostüme bis ins Detail entwirft. Das Bonbon für ihre Schülerinnen: Wer bei der Deutschen Meisterschaft auf dem Treppchen landet, darf auch bei der jährlichen Oriental-Dance-Show „Elmira’s Orient“ auf der Bühne stehen. Elena Loch weiß: „Das ist für alle eine enorme Motivation.“

Ob und wie das Märchen für die Zweibrücker Tänzerinnen weiter geht, wird wohl erst das kommende Jahr zeigen.