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Symbolträchtge Hüte im Festgottesdienst

Symbolträchtge Hüte im Festgottesdienst

Seit 50 Jahren wirkt die Katholische Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) der Pfarrei Heilig Kreuz nun schon mit. In der Zeit haben sie viel auf die Beine gestellt und für Lebendigkeit in der Gemeinde gesorgt. Mit einem Festgottesdienst wurde das nun gefeiert.

"Wer eine Hoffnung gewinnen will, muss eine Erinnerung wecken" - Unter diesem Motto feierte die Katholische Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) der Zweibrücker Pfarrei Heilig Kreuz am Sonntag ihr 50-jähriges Bestehen. In einem Frauengottesdienst, der neben Dankbarkeit und Freude mutig auch auf brisante Themen blickte, gedachten die rund 35 Akteurinnen 50 Jahren erfolgreichen Aufbaus einer lebendigen Gemeinde und zahlreicher Aktivitäten. Insgesamt gehören der kfd Heilig Kreuz rund 85 Frauen quer durch alle Generationen an. Pfarrer Wolfgang Emanuel zelebrierte die Messe mit viel Liebe und Achtung für das enorme Potential des weiblichen Geschlechts. Sie seien die Reben an Gottes Weinstock, versinnbildlichte er in seiner Predigt. Die kfd-Vorsitzende, Maria Rimbrecht, verknüpfte den Blick in die Vergangenheit mit der Aussicht auf eine mutmachende Zukunft, dem weiteren Ausbau einer lebendigen Gemeinde, in Zweibrücken und weltweit. Sie betonte: "Seit 50 Jahren beschreiten wir einen gemeinsamen Weg und wollen aus der Erinnerung Kraft für die Zukunft schöpfen."

Es sei nicht immer leicht, sich zu der katholischen Kirche zu bekennen, in dem Wissen, "welch kleine Rolle sie den Frauen zugesteht". Jesus selbst hingegen sei offen und wertschätzend mit ihnen umgegangen. Wie von Gott behütet sich die kfd Heilig Kreuz fühlt, stellten die Damen mit unterschiedlichen Kopfbedeckungen vor: etwa einem festlichen Hut für Freude und Feiern, einem alten Hut als Erinnerung an den Mütterverein, aus dem die kfd 1966 entstand, einem Schutzhelm, der symbolisiert, dass die kfd ein geschützter Raum ist und der gleichzeitig vor Ungerechtigkeiten innerhalb der Kirche schützt.

Daneben ein Imkerhut als Zeichen für die "emsigen Bienen der kfd", die sich sozial engagieren, aber auch einem Giftstachel zur Verteidigung besitzen. Die Mitra in der Hand erinnerte daran, dass Frauen die Ordination in der katholischen Kirche nach wie vor verwehrt ist, verknüpft mit der Hoffnung auf Veränderung.

Der fröhliche, selbst kreierte Zukunftshut schließlich enthielt von allen übrigen Hüten etwas. Die Sopranistin Hildegard Baum und Walter Rimbrecht mit seiner Trompete verstärkten das Gänsehautgefühl der Festgäste in der zu rund dreiviertel besetzten Kirche.

Beim anschließenden festlichen Empfang im Pfarrheim überbrachten neben dem OB, dem Pfarrer und der Diözesanleiterin, Gabriele Heinz, auch Vertreterinnen der umliegenden kfd-Gemeinden, des Kirchenchors, des Pfarreirates sowie der Evangelisch-methodistischen Gemeinde Zweibrücken Grußworte und betonten ihre Verbundenheit.

Maria Rimbrecht erklärte die Aufgaben der kfd: Sie besitze als größte religiöse Vereinigung eine politische Stimme, damit Frauen gehört werden, so wie jetzt bei der Forderung nach gleichem Lohn bei gleicher Arbeit. Mit einer Ehrenurkunde bedankte sie sich bei ihrer Vorgängerin, Brigitte Burgard, die die kfd Heilig Kreuz bis 2015 viele Jahre lang geleitet und zum Blühen erweckt hat.

Kurt Pirmann, der "nach diesem bewegenden Gottesdienst" seine vorbereitete Rede ebenso spontan verwarf, wie die anderen Redner, erkannte: "Jubiläen feiern wir, um die Glut des Feuers wieder neu zu entfachen." Dass dies gelingt, beweisen nun auch gleich drei junge Frauen, die sich ab jetzt in der kfd Heilig Kreuz mit engagieren möchten.