Zweibrücken Viele neue Ideen für die Karlskirche

Zweibrücken · Mainzer Studenten haben im Rahmen ihrer Semesterarbeiten Nutzungskonzepte erarbeitet.

Diego Rencoret ist Gaststudent aus Chile. Er möchte aus der Karlskirche ein Kulturzentrum mitten in der Stadt machen. Am Donnerstag erläuterte er seine Ideen in der Karlskirche.	 Foto: Susanne Lilischkis

Diego Rencoret ist Gaststudent aus Chile. Er möchte aus der Karlskirche ein Kulturzentrum mitten in der Stadt machen. Am Donnerstag erläuterte er seine Ideen in der Karlskirche. Foto: Susanne Lilischkis

Foto: Susanne Lilischkis

Die Karlskirche ist in die Jahre gekommen. Sie wird nicht mehr als Gotteshaus genutzt und der Verwendung als Veranstaltungsstätte stehen die fehlende Barrierefreiheit und der schlechte energetische Sanierungszustand im Weg. Und so entstand in Zusammenarbeit mit der Stadt, der Protestantischen Kirchengemeinde und der Hochschule Mainz ein spannendes Projekt. „Wir haben im Wintersemester 23/24 das Thema der sakralen Transformation heraus gegeben, um an dem konkreten Beispiel der Karlskirche die Möglichkeiten eine Umnutzung ehemaliger Kirchenbauwerke zu untersuchen“, erklärt Professor Felix Nowak. Zusammen mit seiner Kollegin Professor Kerstin Molter und den Studenten stellten sie nun die Ergebnisse der Semesterarbeiten vor.

Die bestehen nicht aus architektonischen Luftschlössern, sondern sind nah an der Realisierbarkeit geplant. Professor Hof Seiler beriet die Studenten bei der Tragwerksplanung und Professor Gero Quasten gab Rat zur energetischen Ertüchtigung. Auch Überlegungen zum Denkmalschutz, zu Fluchtwegen und zur Barrierefreiheit flossen in die Entwürfe ein. Im Moment ist ein barrierefreier Zugang in das obere Stockwerk nicht möglich und auch der Fluchtweg über nur eine einzige Treppe würde so heute nicht mehr genehmigt werden. Die Studenten mussten sich also über eine Menge Dinge Gedanken machen.

Eines hatten alle Umgestaltungs-Ideen gemeinsam: Der Parkplatz hinter der Kirche muss weichen. Stattdessen könnte eine Wohnbebauung entstehen. Eine Überlegung sah ein neues Quartier vor. Flexibel gestaltete Wohneinheiten schließen sich an die Kirche an, die im Inneren komplett entkernt werden soll. Wände und Zwischendecken werden entfernt und ein Kubus aus Holzbauelementen steht im Innenraum. Auch der ist flexibel aufteilbar und soll Platz bieten für einen Senioren- und Jugendtreff, einen Co-Working-Space sowie Veranstaltungsräume.

Ein weiterer Entwurf beinhaltet den Bau eines Senioren-Wohnheims auf dem Parkplatz. In der Kirche sollen die Bewohner einen Speisesaal bekommen sowie Möglichkeiten, zusammen in einer separaten Küche zu kochen. Ein besonderes Highlight soll die Öffnung der zweiten Etage zum Dach hin bieten sowie der Anbau eines Balkons im Speisesaal.

An die jüngere Generation richtet sich der nächste Entwurf. Ein Studentenwohnheim soll auf dem Parkplatz gebaut werden. Unter dem Titel „Wissens-Eck“ wird dann in der Kirche ein PC-Pool entstehen und Studenten haben in einem Zukunftscafé die Möglichkeit, ihr digitales Know-how an die Bevölkerung weiterzugeben.

In eine ganz andere Richtung ging die Planung eines Kulturzentrums. Auf dem Parkplatz wurde eine Galerie vorgesehen, in der Kirche soll ein Theater entstehen. Im ausgebauten und großzügig verglasten Dachgeschoss wäre ein Tanzstudio angesiedelt. Des Weiteren können Meetingräume für Business-Veranstaltungen angemietet werden. Auch ein Mehrgenerationenhaus und eine 3-D-Bibliothek sind angedacht. Das Projekt soll in einem Folgetermin weiter vertieft werden.

Die Entwürfe: Diego Rencoret – Kulturelle Umnutzung; Helen Guthy – Seniorenwohnen „Leben mit Karl“; Jonathan Haber – Wohnquartier Karlsplatz; Elena Chislari Start - Up Zentrum; Elena Wicht – Mehrgenerationenhaus „Wolke 24“; Karlotta Kröger – studentisches Wohnen „Wissenseck“; Weronika Łozińska: Bibliothek „3D Knowlege Library“

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