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Streit um Zigaretten endete für Opfer mit Koma

Streit um Zigaretten endete für Opfer mit Koma

Wegen eines Streits um Zigaretten hat ein 42-Jähriger beinahe sein Leben verloren. Zwei Angeklagte, ein 21- und ein 24-Jähriger, stehen wegen des brutalen Übergriffs seit gestern vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts.

Wegen versuchten Totschlags müssen sich seit gestern zwei Männer vor der Jugendstrafkammer des Landgerichtes Zweibrücken verantworten. Ihnen wird zur Last gelegt, am 16. September 2014 nach 20 Uhr neben dem Bubenhauser Nettomarkt einen 42-Jährigen so schwer misshandelt zu haben, dass dieser in Lebensgefahr schwebte. Zuvor sollen die Zweibrücker das Opfer als "Hosenscheißer" beleidigt haben. Als dieser sich daraufhin entfernen wollte, so die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft, sollen der 21-Jährige und der 24-Jährige ihn durch Tritte in den Rücken zu Fall gebracht und dann weiter auf ihn eingetreten und eingeschlagen haben. Der Mann trug unter anderem schwere Verletzungen am Kopf und Serienfrakturen der Rippen davon. Doch damit nicht genug: Nach der Tat soll das Duo ihn eingeschüchtert haben; wenn er etwas sage, gebe es das Doppelte an Schlägen. Der lebensgefährlich Verletzte war nach der Tat mehrere Tage im Koma und machte später erst Angaben zu dem Geschehen, als ihn die Polizei vernahm.

Vor Gericht machte zuerst der 24-jährige Angeklagte Angaben. Der Streit sei eskaliert, nachdem seine Zigaretten verschwunden waren, die er auf einer Mauer liegengelassen habe: "Als wir ihn zur Rede stellten, wurde er frech und ist auf uns zugegangen." Er selbst habe sich bedroht gefühlt und nur gewehrt. Daraufhin sei der Kontrahent mit dem Hinterkopf und der Seite auf eine Steinkante gefallen. Der mutmaßliche Täter, der Boxen als Kampfsport betreibt, räumte ein, gemeinsam mit dem anderen Angeklagten das Opfer mit Fäusten geschlagen zu haben. Von Tritten wollte er nichts wissen. Er sagte, er habe zum Tatzeitpunkt Drogen und Alkohol genommen und öfter an einer Psychose gelitten.

Der 21-Jährige bestritt gestern die Faustschläge, er habe dem Opfer lediglich eine "Backpfeife" gegeben, so dass dieses stürzte. Von der anschließenden Prügelei habe er nichts mitbekommen, da er rund zehn Meter entfernt gestanden sei. Auch er habe Alkohol und Drogen konsumiert. Der Prozess wird am 10. November um neun Uhr fortgesetzt.