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Streicheleinheiten für nervöse Pferde

Streicheleinheiten für nervöse Pferde

Pferdetrainerin Sandra Schneider stellte im Zweibrücker Landgestüt ihre Arbeit als Pferdeflüsterin vor. Beim Problempferde-Demotag erklärte sie rund 150 Teilnehmern, was Pferde brauchen, die schlechte Erfahrungen gemacht haben.

"Ja Schatz, das hat du gut gemacht", lobte Sandra Schneider und verteilt ausgiebig Streicheleinheiten. Nein, keinem Kind, sondern einem Pferd. Mit einem riesigen Schritt und sichtlich ängstlich hatte der bildschöne, vierjährige Rotschimmelwallach Satisfaction die kleine Wasserpfütze überwunden.

Die Pferdeflüsterin, bekannt aus dem TV, zeigte am Sonntag bei ihrem Problempferde-Demotag, was Pferde brauchen, die schlechte Erfahrungen gesammelt haben und darauf in unliebsamer Weise für ihre neuen Menschen reagieren. "Pferde wollen gefallen. Seht doch, wie sehr er sich zusammen reißt, obwohl im das unangenehm ist", erklärte die Frau, die Körpersprache und Gesichtsausdruck der Pferde lesen kann. Liebe, Zuwendung, Lob und positive Bestärkung bringen laut Sandra Schneider ein Pferd ebenso auf den richtigen Weg, wie bei einem Menschen. Reagiert ein Pferd heftig, gilt es zunächst abzuklären, ob es Schmerzen leidet. So wie Satisfaction, der beim Anreiten laut seiner Besitzerin jedes Mal "explodiert", nachdem ihn ein anderes Pferd auf dem Koppel tief in den Widerrist gebissen hat. Gut 150 Pferdefreunde folgten den Ausführungen interessiert.

An einem jungen Kaltblut zeigte sie seiner Besitzerin Sandra Franzreb aus Münchweiler, wie man einen Huf hochhebt. "Wenn er sich dagegen lehnt, hängt das damit zusammen, dass er mit eineinhalb Jahren noch nicht ausbalanciert und ein schweres Pferd ist. Er will nicht ungehorsam sein", erklärte sie und zeigte, wie man es macht. "Es hat auch hinterher noch gekappt, als ich es draußen versucht habe", bestätigt seine Besitzerin später begeistert. "Wir hatten hier sehr kooperative Pferde, sodass wir viele Details zeigen konnten und nicht zuerst den Respekt vor dem Menschen herstellen mussten", erklärt Schneider. Sie hat oft mit ganz anderen Pferden zu tun, die aus Angst treten, beißen, steigen oder sich anders gegen menschliches Unverständnis wehren. Für sie ist der TV-Ruhm eine Möglichkeit, Pferden und Reitern weit über ihre eigene Region in Norddeutschland hinaus zu helfen. Deshalb auch behandelte sie die Pferde des französischen Auffang-Hofes kostenfrei. Mit der Resonanz im Landgestüt, vor allem aber mit den Gegebenheiten vor Ort waren Sandra Schneider und ihr Team zufrieden.