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Stirnrunzeln in Werbegemeinschaft über „Innenstadt-Glückstaler“

Stirnrunzeln in Werbegemeinschaft über „Innenstadt-Glückstaler“

Es liest sich wie ein Protest, soll aber eigentlich gar keiner sein – oder nur ein bisschen: Der „Innenstadt Glückstaler“, der derzeit bei Radsport Sieber und „Eisenzeit“ ausliegt und an den Adventssonntagen in der Stadt verteilt wurde. „Die Innenstadt-Glückstaler erhalten Sie, weil Sie Glück haben, noch heute in der Innenstadt von Zweibrücken einkaufen zu können“, ist auf dem Gewinnspiel-Flugblatt im Geldmünzen-Design zu lesen.

"Die Veranstalter (Zweibrücker Einzelhändler) möchten mit dieser Weihnachtsverlosung auf die zukünftigen, schädlichen Einzelhandelsansiedlungen auf der Truppacher Höhe aufmerksam machen."

Hinter den "Zweibrücker Händlern" verbirgt sich in erster Linie Sascha Sieber von Radsport Sieber. Er hat sich die Aktion gemeinsam mit "Eisenzeiten" ausgedacht, den Druck der 2500 "Taler" finanziert und bei Zweibrücker Händlern Preise organisiert; außerdem wollen die Initiatoren pro abgegebenen Taler 50 Cent an einen noch zu benennenden sozialen Zweck spenden. "Wir haben eine tolle Innenstadt", erklärt Sascha Sieber auf Merkur-Anfrage die Aktion, "und wir hätten so viele Möglichkeiten". Es fehle allerdings der Schwung unter den Händlern.

Mario Facco, Chef der Zweibrücker Werbegemeinschaft, bei der Sieber nicht Mitglied ist, reagiert verhalten auf die Aktion. "Das ist ein Alleingang, der Geld kostet und nichts bringt", sagt er. Die politische Botschaft sei nichts, was man seitens der Werbegemeinschaft "aus der Hüfte" unterstütze. Wenn die Politik meine, auf der Truppacher Höhe Gewerbe ansiedeln zu müssen und denke, dabei im Rahmen der Zweibrücker Liste zu handeln, müsse man halt damit leben. Er bedauere, dass der Handel nicht mit einer Stimme spreche. Dafür sei allerdings die Stadt verantwortlich, die im Rahmen der Innenstadt-Moderation die Bildung mehrerer Gruppen befördert habe. "Gemeinsam geht's besser", mahnt Facco.