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Stinkbomben-Attacke in Pirmasenser Media-Markt gibt Polizei Rätsel auf

Stinkbomben-Attacke in Pirmasenser Media-Markt gibt Polizei Rätsel auf

Die Zahl der Menschen, die infolge der Stinkbomben-Attacke am Samstag im Pirmasenser Media-Markt leicht verletzt wurden, ist laut Polizei von zunächst 29 auf über 30 Personen gestiegen. Von dem Täter fehlt noch jede Spur.

War es ein Racheakt oder ein Dummejungenstreich? Das Motiv für die Stinkbomben-Attacke am Samstagabend im Pirmasenser Media-Markt (wir berichteten) wird sich wohl nie klären lassen, wenn nicht Kommissar Zufall hilft. "Wir haben keine konkrete Spur", räumte Polizeisprecher Martin Sema ein. Wie er sagte, können auch keine Videobilder bei der Aufklärung der Tat helfen. Ausgerechnet der Bereich mit den Elektrokleingeräten, wo die stinkende Flüssigkeit gezielt aus mindestens einer Ampulle verteilt wurde, sei nicht mit Kameras überwacht. Die Ermittlungen gingen aber weiter. Wie Sema sagte, wurde am Montag eine Probe der Flüssigkeit zur Analyse ans Landeskriminalamt geschickt. Er geht davon aus, dass das Ergebnis in einigen Tagen vorliegen wird. Die Feuerwehr hätte am Samstagabend Schwefelwasserstoff, der für sogenannte Stinkbomben verwendet werde, nachweisen können. Reizung von Augen und Atemorganen, wie im Media-Markt, würden in der Fachliteratur nach Stinkbombenwürfen beschrieben, sagte Martin Sema. Eventuell seien noch weitere Substanzen in der Flüssigkeit enthalten.

Wie er sagte, ist die Zahl der Leichtverletzten mittlerweile von zunächst 29 auf über 30 Personen gestiegen, der Löwenanteil der Betroffenen seien Mitarbeiter des Marktes. Auch drei Polizeibeamte hätten über leichte Reizungen geklagt. Laut Sema hat das Unternehmen Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung gestellt.

Die Feuerwehr teilte mit, dass sie am Samstag um 18.48 Uhr wegen eines ungewöhnlich starken Geruchs informierte wurde. Drei Minuten später seien ein Löschfahrzeug mit acht Kräften und ein Gefahrstoff-Messwagen mit zwei Leuten ausgerückt. Kurz nach 19 Uhr sei die Ampulle unter Atemschutz sichergestellt worden. Auch die ausgelaufene Flüssigkeit sei aufgenommen worden. Messungen im Markt hätten keine Belastung gezeigt. Das Gebäude sei dann maschinell belüftet worden. Zwei Kinder und ein Erwachsener seien ins Krankenhaus gebracht worden. Feuerwehrleute seien nicht verletzt worden. Kurz vor 20 Uhr sei die Feuerwehr abgerückt.