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LandFrauen Herschberg Konzert: Stimmgewalt für einen guten Zweck

LandFrauen Herschberg Konzert : Stimmgewalt für einen guten Zweck

Zu ihrem 50. Geburtstag luden die LandFrauen Herschberg zu einem weltlichen Konzert mit den Mainzer Hofsingern. Der 15-köpfige Männerchor unter Leitung von Michael Christ begeisterte in der ausverkauften, liebevoll geschmückten Bürgerhalle mit seiner großartigen Stimmgewalt, seinen vielschichtigen Klangbildern und einer unterhaltsamen Choreografie.

Am Ende eines ergreifendes Abends blickte Gisela Westrich in lauter zufriedene Gesichter. Die Vorsitzende der LandFrauen Herschberg hatte nicht nur mehr als 350 begeisterten Gästen mit dem Konzert der Mainzer Hofsänger in der Herschberger Bürgerhalle einen unterhaltsamen Abend beschert. Zugleich konnten insgesamt 13.000 Euro Einnahmen aus den Konzertkarten sowie Spendengelder zu gleichen Teilen an zwei Hospitze übergeben werden: Das Hospiz „Haus Magdalena“ in Pirmasens nutzt die 6.500 Euro, um seinen Etat für den Erweiterungsbau mit zwölf Plätzen zu erweitern. „Haus Hildegard Jonghaus“ in Landstuhl investiert nach der Klimaveränderung mit heißen Sommern in eine Klimaanlage für seine Bewohner. Auch die Mainzer Hofsänger selbst, die seit 2007 in Kooperation mit Lotto Rheinland-Pfalz mehr als 1,6 Millionen Spendengelder eingesungen haben, nutzten den Abend für eine Spendensammlung zu Gunsten ihres Kinderprojekts 2019. Jährlich treten die „Amateursänger“, die allesamt ausgebildete Stimmen haben, vornehmlich für caritative Zwecke auf. In der ausverkauften Herschberger Bürgerhalle anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der LandFrauen Herschberg begeisterten sie mit einem breit gefächerten Blumenstrauß beliebter Lieder und ihrer eindrucksvollen Stimmgewalt.

Die größten Hits vieler Musicals, beliebte Evergreens, bekannte Popsongs und ergreifende Gospels spiegelten das breit gefächerte Repertoire des vierstimmigen Männerchors mit acht Tenören und sechs Bässen unter Leitung von Michael Christ, der auch die meisten Titel eigens für seinen Chor arrangiert und choreografiert hat. Dabei spielt er den Tonumfang von drei Oktaven gekonnt aus.

Einfühlsame Gänsehaut-Effekte wechselten mit mitreißenden, heiteren Titeln, bei denen das Publikum mitklatschen oder sogar mitsingen durfte, wie etwa bei „Hey Jude“ von den Beatles. In zahlreichen Soli charismatischer Sängerpersönlichkeiten spielte der Chor sein Stimm-Potenzial aus und sorgte für klangliche Abwechslung und ein ganz besonderes Erlebnis. Dabei wechselten besinnliche Titel wie „Maria“ aus der Westside-Story von Leonhard Bernstein mit der Dramatik aus dem „Phantom der Oper“ (Loyd Webber) oder witzigen Titeln wie „Ich bin ein Bass“, der die Tiefenresonanz dieser Stimmlage ganz besonders zur Geltung brachte. Lieder von weiblichen Hauptrollen wie das „Ich gehöre nur mir“ aus Sissi faszinierten aus den Männerkehlen ganz besonders.

Witzig war das Fragespiel um den Hauptberuf des ersten Tenors, Thomas Bietz, der Studienrat und nicht, wie im Publikum vermutet, Tanzlehrer ist. Ihn inszenierten die Kollegen bei dem ABBA-Song Dancing-Queen dann ganz besonders. Der Solistenwechsel innerhalb der einzelnen Titel betonte noch einmal die Aussage der fast ausschließlich auf Deutsch übersetzten Lieder, die gerne in einem bombastischen Finale endeten, wie etwa „Bridge over troubled water“ von Simon und Garfunkel. Mit seinen Arrangements prägt so Chorleiter Michael Christ den gesamten Chor-Sound.

„Sehr schön finde ich auch die Choreografien dazu. Die Sänger bewegen sich und interpretieren die Stücke gestisch“, lobte Stefan Zahn. Zu den Höhepunkten zählten so das „Hallelujah“ von Leonhard Cohen mit À Capella gesungenen Strophen oder „Ein ehrenwertes Haus“ von Udo Jürgens. Der Backgroundchor, der die Aussagen wiederholte und darstellte, unterstrich dabei die Aussagen und verdeutlichte sie – ein ganz neues Erlebnis eines wohl bekannten Titels.

Bereits nach der ersten Halbzeit würdigte das Publikum stehend die enorme Leistung der Sänger, die größten Teils ganz anderen Berufen nachgehen. Die Professionalität des bestens aufeinander eingespielten Chores paarte sich mit spürbarer Sangesfreude, die sich auf das Publikum übertrug.

Nicht nur Birgit Schwuchow gefielen der Chor und gesamte Abend „sehr gut“. „Das ist so toll gemacht. Die singen so toll und vor allem so anspruchsvoll, die ,Bohemien Rapsodie’ ist schwer zu singen“, würdigte die Vorsitzende der LandFrauen Nünschweiler, die selbst im Chor singt. Erst nach zwei stehend erklatschten Zugaben mit den „Hymnen“ des Chores, „Wir sind wir“ und „So ein Tag, so wunderschön wie heute“, endete ein erinnernswerter Abend. Noch lange genossen die Gäste bei bester Stimmung den Imbiss, den die Landfrauen liebevoll und schmackhaft vorbereitet hatten.

Hinweis: Am 6. Dezember um 20 Uhr geben die Mainzer-Hofsänger ein weihnachtliches Konzert zu Gunsten der Heinrich-Kimmle-Stiftung in Zweibrücken.