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Stechmücken-Bekämpfung am Rhein geht in die nächste Runde

Stechmücken-Bekämpfung am Rhein geht in die nächste Runde

Kaum ist die jüngste Hochwasserwelle den Rhein hinunter geschwappt, stehen die Stechmücken-Bekämpfer wieder in den Startlöchern. Überschwemmte Auen sind ein idealer Brutplatz für Milliarden kleiner Plagegeister. Das Zeitfenster, um eine Schnakenplage entlang des Stroms zu verhindern, ist eng. Denn das biologische Mittel B.t.i. wirke nur während des Larvenstadiums, sagte der wissenschaftliche Direktor der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS), Norbert Becker.

Seit Ende April gab es bereits sechs Hochwasserwellen. "Wir sind permanent im Einsatz." Bisher seien 166 Tonnen Eisgranulat mit dem biologischen Bekämpfungsmittel auf 8300 Hektar ausgebracht worden, sagte Becker. "Mit dem Ergebnis können wir mehr als zufrieden sein." Die Larven seien um gut 95 Prozent dezimiert worden. "Man kann nirgends von einer Plage sprechen, wo bekämpft worden ist", stellte Becker allerdings klar.

Im Vorjahr habe die KABS 200 Tonnen Eisgranulat eingesetzt. Diese Menge sei schon jetzt im Frühjahr fast erreicht, weil die Wetterlage sehr instabil mit Starkregen sei. "Wir hoffen alle auf eine Trockenphase." An der Bekämpfung sind auch bis zu zwei Hubschrauber beteiligt. "Kompliment an die Piloten, die Einsätze haben gut funktioniert", sagte Becker. Eisgranulat kann besonders genau aus der Luft dort ausgebracht werden, in denen die Stechmückenlarven bekämpft werden sollen. Um die kleinen Eiskügelchen zu erhalten, wird die wässrige Wirkstofflösung in flüssigen Stickstoff getropft. Nur die Larven fressen den Wirkstoff, der ein in der Natur vorkommendes Bodenbakterium enthält. Dieses schädigt den Darm der Larven, so dass sie absterben.