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Stadtwurst-Zukunft wieder in Gefahr

Stadtwurst-Zukunft wieder in Gefahr

Alle wollen die Stadtwurst, aber keiner weiß, wohin damit. Wenn mit der Stadt weiter keine Einigung über den Standort möglich ist, verliert Zweibrücken das Alleinstellungsmerkmal, warnt Mario Facco. Dabei hat die Werbegemeinschaft einige neue Ideen für die Stadtwurst.

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Dieses Sprichwort könnte für die Zweibrücker Stadtwurst bald eine zweite Bedeutung bekommen: Der Wurstbude droht zum zweiten Mal das Ende. Bereits im Oktober 2008 war der Verkauf nach wochenlangem Hickhack um den Standort "endgültig" gestoppt worden (die Endgültigkeit währte nur einige Tage). Jetzt geht es wieder um den Standort. Auf den Alexanderplatz gibt es auch nach dem Weihnachtsmarkt kein Zurück, bekräftigt Stadtsprecher Heinz Braun. Der Platz habe durch die Neugestaltung "eine andere Funktionalität": Dort seien Veranstaltungen geplant, in der Mitte sei das Wasserspiel und am Rand, wo die Wurstbude jahrelang war, stünden nun Bäume, Bänke und bald Spielgeräte. Offen sei noch, ob die Bude dauerhaft auf ihrem provisorischen Stellplatz vor dem Denkmal am Schlossplatz bleiben könne. Bereits vor drei Monaten hatte Braun erklärt, darüber denke die Stadt nach. Dort versperrt die Wurstbude aber den Blick vom Alexanderplatz zum Schloss (Anm. d. Red.). "Wir wollen die Stadtwurst nicht verbannen", betont Braun nun die Bereitschaft zu weiteren Gesprächen.

Die Stadtwurst ist eine Initiative der Werbegemeinschaft. Vorsitzender Mario Facco findet: "Wir sollten dieses Alleinstellungsmerkmal für Zweibrücken nicht aufgeben." Das drohe aber. Er habe von der Stadt bislang nur die Absage für den "idealen" Standort Alexanderplatz gehört und Skepsis über das Provisorium - aber keine Alternativvorschläge. Facco warnt: "Die Zukunft der Stadtwurst ist abhängig vom Standort. Wenn die Stadt keinen Willen hat, uns einen geeigneten Platz anzubieten, wird die Stadtwurst wohl nicht mehr sein!" Er räumt aber ein: Die Suche ist nicht ganz einfach. Bei der Stadtwurst-Einführung im Februar 2008 war das Konzept, die Bude vor leerstehenden Geschäften in der Fußgängerzone zu platzieren - das geht mangels Leerständen nicht mehr. Und niemand lasse sich gern sein Schaufenster zustellen. Unabdingbar ist für Facco ein belebter Standort: "Ans Bismarckdenkmal lassen wir uns nicht abschieben." Denn die Stadtwurst belebe die Innenstadt und sei eine "soziale Anlaufstelle". Wöchentlich werden dort immer noch 400 bis 800 Stadtwürste für je einen Euro verkauft. Lieferant und Werbegemeinschafts-Vize Dieter Ernst mache damit wegen gestiegener Zutatenpreise seit Jahren Verluste. Die Werbegemeinschaft prüft zurzeit eine Preisanpassung und weitere Änderungen. Gedacht sei auch an einen "attraktiveren, vielleicht kleineren Wagen, der Fußgängerzone angepasst".

Noch "nichts gehört" von der Stadt hat Facco auch auf seinen Vorschlag vom August, am Wurststand auch Tourismus-Infos auszulegen: "Das wäre eine Win-Win-Situation, vor allem, weil das Tourismusbüro im Rathaus samstags ja zu ist."