Stadtwerke helfen weiter Armen

Auch wenn die Strompreise nicht gestiegen sind, sind Haushalte weiter von Energiearmut und Stromsperren betroffen. Die Zweibrücker Stadtwerke und der Kinderschutzbund als Partner helfen seit Sommer 2013 dem betroffenen Personenkreis mit einem Zuschuss.

Der Vertrag zwischen den Zweibrücker Stadtwerken und dem Kinderschutzbund läuft zwar im Juni aus. Doch Stadtwerke-Geschäftsführer Werner Brennemann kündigte im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur an, dass der Energieversorgung erneut 5000 Euro für bedürftige Stromkunden zur Verfügung stellt, die der Kinderschutzbund dann an die betroffenen Personen verteilt.

"Das ist eine gute Sache", sagt die stellvertretende Vorsitzende des Zweibrücker Kinderschutzbundes, Franziska Linse. Mit dem Geld habe der Verein vielen Leuten helfen können. Die steigenden Strompreise führten vor einigen Jahren bundesweit zu mehr Stromarmut und Stromsperren. Auch in Zweibrücken machten sich die Politik und der Energieversorger Gedanken. Dabei sprach sich der Stadtwerke-Aufsichtsrat Ende 2012 gegen ein kurz zuvor vom Stadtrat favorisiertes Vorkassenzählersystem aus.

"An der Einschätzung hat sich bis heute nichts geändert", sagt Brennemann. "Ich denke, das von uns gewählte System mit dem Zuschuss für bedürftige Personen hat sich bewährt." Dabei benötigten die Stadtwerke einen Partner. Denn der Energieversorger hat keine Kenntnis über die finanzielle Situation der Kunden. "Aus Datenschutzgründen kann uns das Sozialamt oder das Jobcenter nicht sagen, wer bedürftig ist und Hartz IV bezieht." Deshalb hatten die Stadtwerke einen verlässlichen Partner gesucht und mit dem Kinderschutzbund auch gefunden. "Auch da zeigt uns die Erfahrung nach eineinhalb Jahren, dass wir richtig lagen mit der Wahl", sagt Brennemann. Deshalb wurde im Juni des vergangenen Jahres der zunächst ein Jahr laufende Vertrag das erste Mal verlängert. Die Ankündigung Brennemanns, im Juni wieder 5000 Euro zur Verfügung zustellen, freut die stellvertretende Vorsitzende des Kinderschutzbundes. Denn der Zuschussbetrag vom Juni sei fast aufgebraucht. Linse: "Wenn die 5000 Euro verteilt sind, können wir nichts mehr zahlen." Der Kinderschutzbund verteilt schon länger Lebensmittel an bedürftige Personen. Dabei zeigen sie ihre Berechtigungsscheine des Jobcenters. Auch für die Stromzuschüsse müssen die Personen die Berechtigung ausweisen. Dann überweist der Kinderschutzbund den fälligen Betrag an die Stadtwerke . Für einen Einzelfall gibt es höchstens 500 Euro. Weiter müssen die Stromkosten mehr als zehn Prozent des Haushaltsaufkommens ausmachen und ein Kind unter 16 Jahren muss im Haushalt leben. Franziska Linse hofft, dass Personen, denen über den Kinderschutzbund geholfen wurde, dem Verein durch Mitarbeit auch helfen. "Wir machen alles ehrenamtlich. Da sind wir über jede helfende Hand froh."