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Stadtmuseum Zweibrücken ab Dienstag wieder geöffnet

Corona-Erleichterungen : Stadtmuseum öffnet wieder

Die Sonderausstellung zum 75. Jahrestag des Bombenangriffs am 14. März „Heute gilt es uns“ wird verlängert.

(sf) Alles war vorbereitet für die Sonderausstellung im Stadtmuseum zum 75. Jahrestag des Bombenangriffs auf Zweibrücken am 14. März 1945. Doch am 12. März musste die für den 13. März geplante Ausstellungseröffnung wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Die Landesregierung erlaubt jetzt, dass Kultureinrichtungen unter bestimmten Bedingungen wieder geöffnet werden können. „Und wir sind froh, dass auch das Stadtmuseum ab Dienstag, 12. Mai, wieder offen ist“, informiert die Museumsleiterin Charlotte Glück.

In den letzten Tagen habe man ein Konzept erarbeitet, um die Hygienevorschriften befolgen zu können. Das ist eine Voraussetzung für die Öffnung. „Das Museum ist vorbereitet“, erklärt Glück. Eintritt haben Einzelpersonen, Paare und Familien. Aufgrund der Raumgrößen sei es nicht möglich, dass Gruppen ab vier Personen gemeinsam den Museumsrundgang machen.

Der Eintritt erfolgt über den Eingang Uhlandstraße. Dabei ist das Tragen eines Mund-Nasenschutzes Pflicht. Ebenso sind die Hände mit den bereit gestellten Mitteln zu desinfizieren. Der ausgeschilderte Museumsrundgang muss einhalten werden. Um den Mindestabstand von 1,5 Meter einzuhalten, gibt es für jeden Raum eine Höchstgrenze an Besuchern. „Diese wird vom Aufsichtspersonal kontrolliert“, kündigt die Museumsleiterin an. Dadurch könne es beim Rundgang zu kurzen Wartezeiten kommen. Der Ausgang erfolgt zur Herzogstraße.

„Führungen und Veranstaltungen sind wegen der Infektionsgefahr noch nicht möglich“, bedauert Glück. Auch nicht die von der Museumsleiterin angedachten so genannte Peer-Guide-Führungen, bei der geschulte Schüler andere Schüler durch die Ausstellung leiten. Bei der Anne-Frank-Ausstellung habe sich das Projekt bewährt, sagt Glück.

Die von der Museumsleiterin konzipierte Ausstellung erinnert nicht nur an die fast vollständige Zerstörung der historischen Innenstadt, sondern fragt auch nach den Ursachen der Bombardierung. „Der Krieg war das Ergebnis der nationalsozialistischen Politik, der am Ende zur Zerstörung geführt hat“, sagt die Historikerin.

Der Titel der Ausstellung „Heute gilt es uns“, erinnert an einen Ausspruch des damaligen Chefarztes des St. Elisabeth Krankenhauses, Dr. Alois Keßler, am Abend des 14. März 1945. Doch für Charlotte Glück hat der Satz gerade heute weiter Gültigkeit. Allerdings in dem Sinn, dass es heute uns gelte, „zu verhindern, dass so etwas je wieder passiert“. Deshalb gelte es, sich für Frieden und Freiheit einzusetzen.

Jeder der sechs Räume ist einem Kapitel gewidmet: Alt-Zweibrücken, Weg in die NS-Herrschaft, Kriegspolitik des NS-Regimes, Bombardierung am 14. März, Trümmerzeit und Wiederaufbau. Auf vielen erläuternden Texten, auf Fotos, Gemälden und Objekten wird die Geschichte, die zur Zerstörung führte, dargestellt. Dazu legt die Museumsleiterin zwei Broschüren aus: Zum einen einen Band mit Gesprächen mit Zeitzeugen und zum anderen einen Band mit den Exponaten der Ausstellung sowie der Rede, die sie bei der Eröffnung halten wollte. Beide Broschüren können an der Museumskasse erworben werden.

Das Stadtmuseum an der Herzogstraße, Eingang Uhlandstraße, ist dienstags von zehn bis 18 Uhr, mittwochs bis sonntags und feiertags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. der Eintritt kostet sechs Euro, ermäßigt drei Euro.