Stadtkapelle Zweibrücken spielt Frühjahrskonzert in der Festhalle Alte Musikstücke im neuen Gewand

Zweibrücken · Erstmals hat der neue Dirigent der Stadtkapelle, Justin Köhler, die komplette Federführung für das Frühjahrskonzert am 13. April übernommen. Aus dem reich bestückten Notenarchiv hat der Tenorhornist unter dem Motto „Musik macht Freu(n)de“ ein völlig neues, facettenreiches Programm zusammengestellt, das mit neuem Klang alte und neue Fans begeistern will.

 Auftritte der Stadtkapelle Zweibrücken in der Festhalle gehören zu den kulturellen Höhepunkten in der Rosenstadt.

Auftritte der Stadtkapelle Zweibrücken in der Festhalle gehören zu den kulturellen Höhepunkten in der Rosenstadt.

Foto: Sebastian Dingler

Musizieren zur eigenen Freude und dann, bei den Konzerten, auch zu der Freude anderer – mit diesem Ziel trifft sich die Stadtkapelle Zweibrücken jeden Freitag um 19.30 Uhr in der Turnhalle der ehemaligen Hauptschule Nord. Aktuell bereiten sich die rund 40 Musikerinnen und Musiker auf ihr Frühlingskonzert am Samstag, 13. April, um 20 Uhr in der Festhalle vor.

Dabei darf von Zweibrückens musikalischem Aushängeschild ein neuer Sound mit einem ganz neuen – eigentlich alten – Repertoire erwartet werden. Dieses hat erstmals der neue Musikalische Leiter der Stadtkapelle, Justin Köhler, zusammengestellt. Und zwar aus den mehr als 700 (!) Titeln, die sich im Archiv der Stadtkapelle befinden. „Wir gehen neue Wege, indem wir Klassiker neu interpretieren und wunderschöne Stücke aus der Vergangenheit holen. Wir wollen Altes quasi neu erfinden“, verspricht der 22-jährige Musiker des Konzertorchesters der Bundeswehr in Siegburg.

Der Schlagzeuger und Percussionist der Stadtkapelle, Janis Külchen, hat sich in akribischer Arbeit durch das Archiv gewühlt und im Notenbestand eine Vielzahl an Kleinoden zu Tage gefördert, die allesamt seit Jahren nicht gespielt und schon gar nicht aufgeführt worden sind. Daraus traf Justin Köhler gemeinsam mit dem Freund und Kollegen seine Auswahl, „die allen Musikern gefällt“. Der Dirigent ist sicher: „Da ist für jeden Geschmack etwas dabei.“ Sein Ziel: „Jeder unserer Musiker und jeder Gast im Publikum soll in dem breit gefächerten und abwechslungsreichen Programm sein Lieblingsstück finden können.“

Den Einstieg macht der Klassiker „Alte Kameraden“ von 1889. Dieser Militärmarsch zählt zu den beliebtesten Märschen nicht nur in Deutschland, sondern international und wurde sogar nach dem Zweiten Weltkrieg, als deutsche Musik eher verpönt war, auch im Ausland interpretiert. Somit passt dieser Titel perfekt zum Konzertmotto „Musik schafft Freu(n)de“.

Der Vereinsvorsitzende der Stadtkapelle, Uli Schell, bestätigt: „Es ist bezeichnend, dass sich im Lauf der Jahre innerhalb des Orchesters tiefe und lange Freundschaften gebildet haben. Mit Werner Klein an der Posaune gibt es außerdem immer noch ein aktives Gründungsmitglied aus dem Jahr 1959. Es gibt Musizierende an Klarinette, Saxofon, Trompete, Tenorhorn, Posaune, Tuba und Schlagwerk, welche zum Teil schon seit mehreren Jahrzehnten mit großer Freude musizieren.“ Diese bildeten das Rückgrat der Stadtkapelle und in Verbindung mit den jüngeren Aktiven das Herz und die Seele des Orchesters. Der Vorsitzende weiß: „Sie alle sind Garanten für den gesicherten Fortbestand der Stadtkapelle.“

Justin Köhler verspricht in der Programm-Auswahl eine Vielzahl an Titeln, die sowohl die Musizierenden als auch das Publikum auf eine kleine Reise mitnehmen. Hauptstück ist die Telemark-Fantasy „Frühling in Norwegen“ des niederländischen Komponisten Cornelius (Kees) Vlak, der darin das Frühlingserwachen im Norden musikalisch beschreibt. Mit „Oregon“ kommen die Zuhörer dann in die Vereinigten Staaten.

Eine große Rolle sollen aktuell wie künftig auch die Klassiker der Blasorchester spielen, aufgefrischt durch modernere Filmmusik, zum Beispiel „Gabriellas Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“. Mit einem Udo-Jürgens-Medley dürfte die Stadtkapelle den Geschmack vieler Zuhörer treffen.

In diesem ersten Konzert, das allein die Handschrift von Justin Köhler als neuem Dirigenten trägt, gibt es zudem zwei Soloauftritte. Janis Külchen interpretiert „Zirkus Renz“ auf dem Xylophon und der Flügelhornist Christian Kau spielt Frank Sinatras „I do it my way“.

Eines allerdings bleibt auch bei jedem neuen Orchesterleiter erhalten: Zum Abschluss jeden Konzerts spielt die Stadtkapelle den „Fliegermarsch“. Justin Köhler lacht: „Sonst gehen die Leute ja nicht nach Hause.“

Uli Schell weiß: „Das richtige Repertoire zu finden, ist keine ganz einfache Angelegenheit.“ Dafür sei wichtig, im Austausch mit allen Musikern der Stadtkapelle zu sein und sich immer wieder weiter und neu zu entwickeln. Über das Konzertprogramm sagt der Vereinsvorsitzende: „Das kommt bei den Musikern gut an. Ich denke, dem Publikum gefällt es auch.“ So darf man im 65. Jahr der Stadtkapelle gespannt sein auf neu interpretierte Klassiker und einen neuen Sound.

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