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Stadtfest Zweibrücken: Weiterer Verdachtsfall auf K.o.-Tropfen

Zweibrücken: Auch Studentin betroffen : Stadtfest: Weiterer Fall mit Verdacht auf K.o.-Tropfen

Beim Zweibrücker Stadtfest (29.-31. Juli) hat es noch mehr Verdachtsfälle auf den Einsatz von K.o.-Tropfen gegeben als bislang bekannt. Nach unserem Bericht gestern über die acht Patienten, die im Nardini-Klinikum behandelt wurden, meldete sich eine Mutter beim Merkur: Auch ihre Tochter, eine Studentin in den Mittzwanzigern, „war betroffen; es ist genau nachvollziehbar, wo sie ihre wenigen Getränke gekauft hatte.“ Als Tatort komme eigentlich nur ein Cocktailstand infrage.

Wobei die Mutter nicht das Standpersonal verdächtigt, sondern Fremde. „Gegen 22 Uhr, so berichtet meine Tochter, wurde ihr nach dem Getränk übel, so dass sie erst um ein Uhr imstande war, mich anzurufen. Sie trank nach 22 Uhr aufgrund der Übelkeit nur noch Wasser und Freunde kümmerten sich um sie. Jedoch konnte sie nicht mehr klar denken und war auffallend apathisch, so dass ihre Freunde darauf bestanden, mich anzurufen, und ich sie abholte. Nach der wenigen Alkohlmenge zu urteilen, hatte sie ein unangemessen großes Maß an Vergiftungserscheinungen.“ Auch am nächsten Tag ging es ihr noch schlecht.

Die Mutter schreibt: „Ich selbst war vor vielen Jahren ebenso Opfer einer K.o.-Tropfen Vergiftung, damals geschah es in einer Cocktailbar in Zweibrücken an Neujahr. Daher ist mir der Zustand einer Vergiftung bekannt. Die Symptome waren die gleichen wie bei meiner Tochter.“

Die Polizei hatte gestern im Merkur appelliert, dass sich Betroffene bei ihr melden, um Ermittlungsansätze zu bekommen. Dies hatte bis dahin noch niemand getan. Auch nicht die Studentin und ihre Mutter: „Wir dachten: Was bringt eine Anzeige gegen Unbekannt?“ Weil manchmal auch anscheinend unbedeutende Details bei Ermittlungen helfen können, empfahl der Merkur, sich bei der Polizei zu melden.