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Stadtbild nicht verschandeln! Ärger über Falschparker in Zweibrücken

Stadtbild nicht verschandeln! Ärger über Falschparker in Zweibrücken

Zweibrücken. Einzelhändler fordern schon lange, den Schlossplatz samstags zum Parken freizugeben. Dem jüngsten Vorstoß hat die FDP-Ratsfraktion am Freitag entschieden widersprochen. "Das ist überhaupt nicht notwendig", erklärte die FDP-Fraktionsvorsitzende Ingrid Kaiser (Foto: pm) in einem Pressegespräch

Zweibrücken. Einzelhändler fordern schon lange, den Schlossplatz samstags zum Parken freizugeben. Dem jüngsten Vorstoß hat die FDP-Ratsfraktion am Freitag entschieden widersprochen. "Das ist überhaupt nicht notwendig", erklärte die FDP-Fraktionsvorsitzende Ingrid Kaiser (Foto: pm) in einem Pressegespräch. Dabei verweist sie auf die Parkplätze des Oberlandesgerichts hinter dem Schloss (152 Plätze) oder die Lehrerparkplätze des Helmholtz-Gymnasiums (75), die samstags zusätzlich für die Öffentlichkeit frei seien.Das einzige Problem sieht Kaisers Fraktionskollege Reinhard Bock in der Beschilderung zu den Parkplätzen. "Hier muss die Stadtverwaltung tätig werden." Kaiser nennt mit den 42 Stellflächen des Landgerichts an der Gutenbergstraße einen weiteren Behördenparkplatz, der samstags frei sein könnte. Hier habe der Sprecher des Landgerichts, Robert Berzel, ihr gegenüber angedeutet, dass das Landgericht einem entsprechenden Antrag der Stadt nachkommen würde.

Zum Dritten weist Kaiser noch auf die Situation in den Parkhäusern hin. Nach Angaben des zuständigen Stadtwerke-Mitarbeiters Peter König ist das Parkhaus am Schloss samstags nur zu 30 Prozent ausgelastet, das am Hallplatz zwischen 50 und 60 Prozent.

Die beiden FDP-Stadträte nennen noch weitere Gründe, warum der Schlossplatz frei von Autos bleiben muss. Bock: "Autos vor dem Schloss verschandeln das Stadtbild!" Damit würden "wir unserer Geschichte" nicht gerecht, sagt Kaiser. Bock weist zudem auf die "Schlossfreiheit" in einem Vertrag zwischen der Stadt und dem Land hin, die ein Zustellen des Schlosses verbietet. Die beiden FDP-Stadträte honorieren sehr wohl, dass sich die Einzelhändler Gedanken machen, wie das Geschäftsleben in der Stadt verbessert werden kann. Kaiser: "Nur ist das Parken das falsche Thema." Stattdessen fordert Bock "mehr Beweglichkeit" der Einzelhändler. Als Beispiel nennt er das SWR4-Festival. "Da hätten die Händler ihre Geschäfte einheitlich länger offen lassen können. Da waren viele Menschen in der Stadt!" Doch er habe den Eindruck, dass es für einige leichter sei, von anderen etwas zu fordern, statt selbst was zu tun.Zweibrücken. Falsch parkende Autos in Zweibrücken - darüber beklagt sich manch ein Bürger. "Wildes Parken scheint in dieser Stadt erlaubt zu sein", bemerkte Arno Lehnen in der vergangenen Woche beim Treffpunkt Merkur. Ihn ärgert, dass selbst Halteverbote nicht beachtet würden, so beispielsweise an der Ecke Mühlstraße/Gutenbergstraße. Autos stehen hier andauernd auf dem Gehweg. Lehnen: "Jeden Morgen geht hier eine ältere Dame mit Rollator vorbei. Dadurch, dass die Autos so dicht an der Fassade stehen, muss sie auf die Straße ausweichen." Er habe auch schon Politessen darauf angesprochen, passiert sei nichts.

Tanja Ewert vom Zweibrücker Ordnungsamt bestätigt, dass das Parken dort in der Halteverbotszone tatsächlich nicht gestattet ist. "Parken darf man dort gar nicht, nur halten, zum Beispiel zum Be- und Entladen", betont Ewert. Wenn jemand dort sein Auto abstellen und auffallen würde, müsse er mit einem Verwarnungsgeld rechnen. "Normalerweise bekommen diese Fahrer einen Strafzettel", erklärt Heinz Braun, Pressesprecher der Stadt Zweibrücken, "aber auch weitere Maßnahmen, wenn jemand häufiger an der gleichen Stelle auffällt, sind möglich". Dies könne bis zu Punkten in Flensburg reichen. Abschrecken lassen sich viele Autofahrer davon in Zweibrücken offensichtlich nicht. ski