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Stadt und Land: Gemeinsam stärker

Stadt und Land: Gemeinsam stärker

Beiläufig, am Rande eines Pressegespräches, hat Helmut Reichling diese Woche für einen Paukenschlag gesorgt: Der Zweibrücker Oberbürgermeister strebt Ämterfusionen mit der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land an, einen gemeinsamen Stadtverband. Das mag auch Wahlkampf-Strategie sein - verkörpert sein Herausforderer Kurt Pirmann doch als Verbandsbürgermeister die Zusammenarbeit in Person

Beiläufig, am Rande eines Pressegespräches, hat Helmut Reichling diese Woche für einen Paukenschlag gesorgt: Der Zweibrücker Oberbürgermeister strebt Ämterfusionen mit der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land an, einen gemeinsamen Stadtverband. Das mag auch Wahlkampf-Strategie sein - verkörpert sein Herausforderer Kurt Pirmann doch als Verbandsbürgermeister die Zusammenarbeit in Person. Inhaltlich geht Reichling jetzt (deshalb?) deutlich weiter. Über den Vorschlag sollte zügig, aber mit aller Sorgfalt gesprochen werden. Die Gefahren sind groß, aber noch größer die Chancen. Denn getrennt können die kleinste kreisfreie Stadt Deutschlands und die noch viel kleinere Verbandsgemeinde viel weniger erreichen als gemeinsam. Der immense Erfolg des Flugplatz-Zweckverbands sollte Mut machen, auch andere Verwaltungsaufgaben zusammenzulegen. Willkommener Nebeneffekt für die Steuerzahler: Teure Doppelstrukturen verschwänden. Wer von außen nach Zweibrücken kommt, versteht ohnehin nicht, warum es in einer so kleinen Stadt zwei Rathäuser gibt. Klar muss aber sein: Ein bloßer "Anschluss" der Land-Gemeinden wäre fatal - das bewundernswerte ehrenamtliche Engagement in den Ortsgemeinden hängt auch damit zusammen, dass dort viele Dinge viel selbständiger entschieden werden können als in den Stadt- Vororten. Und: Die Landesregierung müsste ermöglichen, dass der Stadtverband schuldenfrei startet. Aber eine gute Zukunft sollte nicht durch Defizite der Vergangenheit blockiert werden.