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Stadt soll mit Fantasie Neonazis behindern

Stadt soll mit Fantasie Neonazis behindern

Zweibrücken. Einmal mehr wurde am Samstag Zweibrücken von Neonazis heimgesucht. Auch wenn es diesmal nur rund 20 Rechtsradikale waren, die sich auf dem Schlossplatz zum "Heldengedenken" versammelten, waren viele Bürger sauer, warum ausgerechnet ihre Stadt immer wieder so etwas erdulden muss

Zweibrücken. Einmal mehr wurde am Samstag Zweibrücken von Neonazis heimgesucht. Auch wenn es diesmal nur rund 20 Rechtsradikale waren, die sich auf dem Schlossplatz zum "Heldengedenken" versammelten, waren viele Bürger sauer, warum ausgerechnet ihre Stadt immer wieder so etwas erdulden muss."Wir haben die braunen Parolen bis zum Erbrechen satt", erklärt Inge Satory, Vorsitzende des Bündnisses Buntes Zweibrücken. Dieses sammelte Unterschriften, um Stadtrat und -verwaltung aufzufordern, mit Courage, Fantasie sowie im Schulterschluss mit der Bürgerschaft Wege zu finden, um "die Umtriebe der Neonazis endlich zu unterbinden". Als Beispiel nannte Satory den Landkreis Kirchheimbolanden. Dort habe die Verwaltung eine Veranstaltung nur unter Auflagen gebilligt: "Keine verbotenen Symbole, kein Aufmarschieren in Formation, keine Uniformen, keine paramilitärischen Sprechchöre, absolutes Alkoholverbot, Lautsprecher ausnahmslos für Reden nutzen - um nur einige der zahlreichen Vorgaben zu nennen." (Ähnliches gibt es in Zweibrücken aber auch, Anmerkung d. Red.) Von den Rednern sei dort nicht viel zu hören gewesen, weil Kirchenglocken genau zu dieser Zeit "außer der Reihe" geläutet hätten, so Satory: "Das muss doch auch bei uns möglich sein."

Kritik an der Stadtverwaltung gab es auch von Marktleuten auf dem Alexanderplatz. "Wenn überhaupt, dürfen künftig solche Aufmärsche nur an der Peripherie der Stadt genehmigt werden", fordert Herbert Schmitz. Die Untätigkeit der Verantwortlichen könne nicht länger hingenommen werden. Auch die Busfahrer litten unter der Kundgebung auf dem Schlossplatz: Sie wurden von Fahrgästen heftig für Verspätungen dadurch kritisiert.

Satory will die Unterschriften dem künftigen Oberbürgermeister Kurt Pirmann übergeben: "Wir fordern auch alle auf, jeglichen Keim von Randale gewaltlos, aber durchaus lautstark zu brandmarken. Damit können in Zukunft die martialischen und teuren Polizeieinsätze überflüssig werden." nob