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Empfehlung an Bauausschuss: Stadt nun gegen Windräder bei Hengstbach

Empfehlung an Bauausschuss : Stadt nun gegen Windräder bei Hengstbach

Bürgerproteste waren erfolgreich. Damit bleibt als möglicher Standort in Zweibrücken nur die weiße Trisch.

() Wende im Windenergie-Streit: Die Stadtverwaltung schlägt vor, auf die heftig umstrittene Ausweisung der Windenergie-Konzentrationszone „Buchwald“ bei Mittelbach-Hengstbach komplett zu verzichten. Das ist den Unterlagen für die nächste Bauausschuss-Sitzung zu entnehmen.

Als einziges geeignetes Gebiet für Windenergie im Zweibrücker Stadtgebiet verbleibt damit die weiße Trisch (auf saarländischer Seite stehen dort schon Windräder).

Die Bürgerinitiative „Pro Dörrenbachwald“ hatte Anfang 2017 über 1800 Unterschriften gegen Windräder im Wald bei Mittelbach-Hengstbach gesammelt. Im Dezember wurden bereits große Teile des Dörrenbachwalds aus der Planung herausgenommen, weil aufgrund einer Landesrechtsänderung dort die Abstände von Windrädern zu Wohnhäusern zu gering gewesen wären, in der Planung verblieb aber der „Buchwald“ genannte südliche Zipfel des Dörrenbachwalds.

Dass auch dieser nun aus der angestrebten Teilfächennutzungsplanänderung verschwindet, begründet die Stadtverwaltung in der vom Beigeordneten Henno Pirmann (SPD) unterzeichnete Sitzungsvorlage damit, dass die Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange und Bürgern „eine erhebliche Konfliktlage“ für diese Zone ergeben habe, „die einen Ausschluss dieses Bereiches rechtfertigt“. Beim Buchwald ließen sich „gegenüber der Nutzung für die Windenergie überwiegende öffentliche Belange im Bereich des Arten- und Biotopschutz, im Schutz des Landschaftsbildes und in der Erholungsvorsorge postulieren, die einen Ausschluss dieser Fläche planerisch nachvollziehbar machen“. (Die  Stadt ist landesrechtlich gehalten, geeignete Windrad-Zonen zu prüfen und auszuweisen.)

Auch konzentriere sich „die Kritik der Bürger zu annähernd 100 Prozent auf diesen Bereich“, während es von Bürgern praktisch keine Bedenken gegen Windräder auf der weißen Trisch gebe. Zwar seien auch dort „Restriktionen aus den Bereichen des Artenschutzes (Rotmilan) sowie aus der zivilen und militärischen Flugsicherheit nicht auszuschließen“, heißt es in dem Verwaltungsvorschlag weiter. „Es besteht jedoch eine realistische Genehmigungsperspektive für eine oder mehrere Anlagen auf dieser Fläche, die eine Aufnahme dieses Bereichs als Konzentrationszone für die Windenergienutzung in den Flächennutzungsplan weiterhin rechtfertigen.“

Der Bauauschuss tagt am Dienstag, 12. Juni, öffentlich ab 17 Uhr im Ratssaal. Der Windenergie-Beschluss ist zunächst nur eine Empfehlung an den Stadtrat. Auf der Tagesordnung steht unter anderem auch die Vorstellung der Pläne zum Ausbau der Hofenfelsstraße zwischen Pirmasenser- und Carl-Pöhlmann-Straße.