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Stadt fordert von Mutter 950 Euro zurück

Stadt fordert von Mutter 950 Euro zurück

Zu Unrecht hat das Schulverwaltungsamt einem Schüler 17 Monate lang Jahreskarten für den Öffentlichen Nahverkehr bezahlt. Die Mutter des Jungen muss nun 950 Euro zurückzahlen. Da nützte auch ein Widerspruch nichts.

Sichtlich geknickt hat eine junge Mutter die jüngste Sitzung des Zweibrücker Stadtrechtsausschusses verlassen. Ihre Vergesslichkeit ist sie teuer zu stehen gekommen. Sie muss 950 Euro zurückbezahlen, da ihr Sohn 17 Monate lang zu Unrecht von der Stadt bezahlte Schülerjahreskarten für den Öffentlichen Personennahverkehr besessen hat. Die Mutter hatte Widerspruch gegen die Rückforderung des Schulverwaltungsamtes einlegt. Am Ende der Sitzung zog sie diesen aber zurück.

Bis 2013 wohnte die Frau mit ihrer Familie in einem Ort der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land. Da ihr Sohn eine Schule in Zweibrücken besuchte und diese mehr als vier Kilometer vom Wohnort entfernt lag, bezahlte die Stadt Zweibrücken ihm auf einen entsprechenden Antrag eine Schülerjahreskarte.

Dann zog die Mutter mit ihren Kindern nach Zweibrücken . Der Hintergrund war nach eigenen Angaben eine Scheidung, mit der sie damals sehr beschäftigt gewesen sei. Die Jahreskarte ihres Sohnes, auf deren Bezahlung durch die Stadt aufgrund der Nähe des Wohnorts zur Schule nun kein Anspruch mehr bestand, geriet in Vergessenheit. Das Schulverwaltungsamt wurde nicht über den Umzug informiert und zahlte weiter. "Ich habe damals einfach nicht daran gedacht", versicherte die Frau. Erst 17 Monate später gab sie das Ticket zurück. Die Stadt forderte nun das Geld für die Monate seit dem Umzug zurück.

Die Mutter argumentierte, dass ihr Sohn die Karten all die Monate ja gar nicht genutzt habe. Das ändere nichts, entgegnete Annegret Bucher, Vorsitzende des Rechtsausschusses: "Die Karten sind ja gekauft." Somit machte das Gremium der Mutter wenig Hoffnung, dass der Widerspruch erfolgreich sein könnte. Bucher empfahl der Frau deshalb, den Widerspruch zurückzuziehen, damit nicht noch weitere Kosten entstünden. Das tat sie auch nach kurzem Überlegen.

Die 950 Euro muss die Frau somit bezahlen. Der Leiter des städtischen Schulverwaltungsamtes, Thomas Deller, versprach ihr aber noch in der Sitzung ein Entgegenkommen. Man könne über eine Ratenzahlung reden.