Spuren der Geschichte

Zweibrücken. Zweibrücken hat mehr zu bieten als Rosen und Rosse. Eine Attraktion ist beispielsweise die Fasanerie. Neben kulinarischen Spezialitäten lädt die herrliche Landschaft rund um das Hotel-Restaurant mit dem Wildrosengarten auch zu einem gemütlichen Spaziergang ein. Das nutzten gestern auch viele Besucher des bundesweiten Tags des offenen Denkmals

Zweibrücken. Zweibrücken hat mehr zu bieten als Rosen und Rosse. Eine Attraktion ist beispielsweise die Fasanerie. Neben kulinarischen Spezialitäten lädt die herrliche Landschaft rund um das Hotel-Restaurant mit dem Wildrosengarten auch zu einem gemütlichen Spaziergang ein. Das nutzten gestern auch viele Besucher des bundesweiten Tags des offenen Denkmals. Strahlender Sonnenschein und der Posaunenchor Zweibrücken mit Wassermelodien und Swing sorgten für das richtige Ambiente. Stadtbauamtsmitarbeiter Thomas Hoyer informierte in mehreren Führungen über die Arbeiten während der Sanierung der oberen Terrasse mit ihren beiden Weihern, die vor kurzem abgeschlossen wurde.Höhepunkt war die Vorführung einer Georadar-Untersuchung. Das Georadar ist ein Verfahren, bei dem elektromagnetische Wellen ausgesandt werden, um Strukturen oder Objekte im Untergrund oder in Bauwerken zu bestimmen. Je nach Bodenbeschaffenheit können Bauwerksreste und verborgene bauliche Situationen bis zu zehn Meter Tiefe ermittelt werden. Die Vorführung übernimmt die Karlsruher Gesellschaft für Geophysikalische Untersuchungen (GGU), die schon 2006 die Fasanerie mit diesem Verfahren vermessen hatte. Gestern konnten sich die Besucher ein Bild machen, wie die Anlage vor fast 300 Jahren ausgesehen hat. "Da sind ja wirklich noch Mauerreste unter der Erde", staunte Wilhelm Schneider. Der barocke Park mit den Weihern wurde Anfang des 18.Jahrhunderts nach Plänen des schwedischen Architekten Jonas Erikson Sundahl für den sich im Exil befindenden polnischen König Stanislaus Leczcynski gebaut. Nachdem der König nach Frankreich übergesiedelt war, wurden die Holzbauten weitgehend abgetragen und Herzog Christian IV. legte einen großen Fasanengarten an.Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Gelände wieder durch die Errichtung eines Ausflugslokals belebt, heute steht dort ein Hotel. Für die Gartenanlage läuft seit 2006 ein großes Rekonstruktionsvorhaben.Geöffnet war gestern auch die 1908 gebaute Villa Ipser am Zweibrücker Rothenberg. Das Gebäude wird derzeit innen restauriert. Roswitha Chéret, Ortskuratorin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Zweibrücken, legte bei ihrer Führung vor allem auf die Farbgebung der Wände und Decken wert. "Dabei ist besonders auf die Stuckarbeiten zu achten, die einen zarten hellgrauen Farbton haben", so Chéret. Das Gebäude sei ein großartiges Beispiel einer Jugendstilvilla. Neben Zweibrücken beteiligte sich auch Hornbach mit dem Kloster und der Stiftskirche St. Fabian an Tag des offenen Denkmals.