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Spielplatz in Oberauerbach am Schwarzbach vor Neugestaltung

Vorstellung im Zweibrücker Jugendhilfeausschuss : Oberauerbacher Spielplatz wird deutlich aufgewertet

Unter anderem Seilbahn und Kletter-Rutsch-Turm ersetzen teils 30 Jahre alte Geräte. Trotz Auerbach-Nähe kein Wasser-Spielgerät.

Mehrfach musste die Vorstellung der Planung für den zentralen Spielplatz von Oberauerbach wegen der Corona-Krise verschoben werden, jetzt war es endlich soweit: Der Zweibrücker Jugendhilfeausschuss tagte und UBZ-Grünanlagen-Experte Thomas Hoyer konnte die Neugestaltung vorstellen.

Mehr noch als für die Plan-Vorstellung wird es für die Neugestaltung höchste Zeit. Denn die meisten Spielgeräte stehen dort schon seit der Anlage des Platzes, sind also rund 30 Jahre alt, berichtete Hoyer: „Von der Gestaltung und räumlichen Verteilung ist das nicht mehr besonders ansprechend.“

Der Spielplatz wird in Bereiche für kleine und größere Kinder aufgeteilt, dazwischen kommt ein kleine Picknick-Platz.

Für die größeren Kinder wird es als neue Attraktion eine Seilbahn geben. Und als Haupt-Spielgerät einen Turm mit Kletterbereich und langer Rutsche. Außerdem geplant sind eine Doppel-Schaukel, Wippe, Hüpfplatte, Balancierbalken und Drehscheibe. Das Streetball-Feld bleibt erhalten. Am Rande des Spielplatzes ist auch an eine Tischtennis-Platte gedacht.

Der Bolzplatz wird um 90 Grad gedreht, 20 mal 40 Meter groß sein und ein zweites Fußballtor erhalten sowie in Teilbereichen einen Fangzaun. Der Bolzplatz wird mit Rasen angelegt. Für kleinere Kinder wird es eine Burg-artig wirkende Rutsch-Kletter-Kombination geben, außerdem eine rund Liege-Schaukel und ein Spielhäuschen mit Sand-Aufzug. „Sie haben gesehen: Es wird ein sehr schöner Spielplatz“, fasste Bürgermeister Christian Gauf (CDU) zusammen und stellte eine Fertigstellung für kommenden Sommer in Aussicht.

Dass es nicht schneller geht, liegt daran, dass in zwei Bauabschnitten gearbeitet werden müsse, erläuterte Hoyer. Denn der Spielplatz liegt bekanntlich am Auerbach – für dessen Renaturierung dort einige Erdmassen zwischenzeitlich abgelagert werden müssen. Die alten Spielgeräte wurden vor zwei Wochen schon abgebaut. Auch müssten Bodenproben genommen werden, weil unter dem Gelände früher Bauschutt und Gießerei-Rückstände abgelagert worden seien. Die SGD Süd (Struktur- und Genehmigungsdirektion) habe wegen dieser Altlasten zur Auflage gemacht, dass im neu gestalteten Bereich auf die derzeit etwa 20 Zentimeter hohe Erdschicht weitere 15 Zentimeter Boden aufgebracht werden. Damit seien Gefahren durch alle möglichen Altlasten darunter „hinreichend gebrochen“, sagte Hoyer.

Durch die Renaturierung des Oberauerbachs geht dort ein Teil der bisherigen Spielplatz-Fläche verloren, dies werde aber ausgeglichen durch eine Erweiterung an anderer Stelle. Der an den Spielplatz anschließende Festplatz bleibe erhalten. Die Neugestaltung werde die Stadt rund 140 000 Euro kosten.

Pervin Taze (SPD) lobte die Pläne: „Das ist für Oberauerbach eine echte Bereicherung.“

Herbert Beckmann (CDU) fragte: „Wasser ist ja in der Nähe, Kinder spielen gerne damit. Könnte man nicht etwas machen, wo Kinder mit Wasser etwas antreiben können?“ Und Jörg Boßlet (Grüne) goss etwas Wasser in den Wein: Die Neugestaltung wirke auf ihn „sehr, sehr steril – warum macht man nicht mehr mit Natur?“ Das Oberauerbach-Wasser habe nicht die für Spielplätze erforderliche Trinkwasser- oder Badewasser-Qualität, erklärte Hoyer, dass Wasser-Spielgeräte auf dem Spielplatz selbst rechtlich nicht möglich wären. Aber das Schwarzbach-Ufer neben dem Spielplatz werde im Zuge der Renaturierung abgeflacht „und kann dann so bespielt werden wie der Oberauerbach oberhalb und unterhalb der Ortslage auch“. Und durch diese „naturnahe“ Ufer-Gestaltung habe man „nicht die Notwendigkeit gesehen“, auch den Spielplatz selbst naturnäher zu gestalten.