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Sparkurs im Kirchenbezirk Zweibrücken mit Basisbeteiligung

Werkstattgespräch im protestantischen Dekanat Zweibrücken : Die Kirche soll sich mehr öffnen

Zukunftswerkstatt: Gläubige für mehr Kooperationen etwa mit Vereinen – und mehr Fröhlichkeit.

„Wir sind auf einem guten Weg, schreiten wir gemeinsam weiter!“, fasste Jürgen Karl Neumann, Vorsitzender der Bezirkssynode, die zweite Zukunftswerkstatt zur künftigen Gestaltung des Kirchenbezirks Zweibrücken in der Karlskirche zusammen. In den Werkstätten sollen gemeinsam mit der Basis Antworten auf die Frage finden „Wie sind wir morgen besser Kirche?“ Ideen entwickelt werden, wie die Arbeit im Dekanat angesichts des erforderlichen Sparkurses (bis 2025 werden noch einmal drei der 19 Pfarrstellen gestrichen) und rückgängiger Bindungen an die Kirche so organisierbar ist, dass die Kirche weiter wirksam ihre Aufgaben erfüllen kann (wir berichteten).

Neumann lobte die konstruktive Aufbruchstimmung und die zahlreichen guten Ideen, die am Samstagvormittag von rund 40 Teilnehmern in vierstündiger, intensiver Arbeit zusammengetragen wurden.

Neben Pfarrerinnen und Pfarrern, Mitgliedern der Presbyterien und kirchlichen Bildungsreferentinnen kamen auch Interessierte, die kein Kirchenehrenamt bekleiden. Jüngste Teilnehmerin war die 30-jährige Andrea Pallmann. Sie fühle sich als junger Mensch von der Kirche nicht abgeholt, habe jedoch keine Ideen für Veränderung. „Deshalb bin ich hier“, begründete sie ihre Teilnahme. Gemeinsam mit ihrer Mutter, die Presbyterin in Bubenhausen/Ernstweiler ist, stellte sie sich am Ende in ihrem Ortsteil als Ansprechpartnerin und Multiplikatorin zur Verfügung.

Moderiert von Barbara Görich-Reinel und Steffen Schramm sowie der Prozess-Steurerungsgruppe, erarbeiteten Kleingruppen Ideen zu Fragen wie: „Wie nehme ich Kirche wahr?“ und notierten ihre Wünsche für die Kirche der Zukunft. Etwa: „Eine Kirche die nach außen geht, die Welt draußen erkundet, mit ihr lebt und für sie lebt!“ Viele Teilnehmer fanden „durchaus blühende Landschaften, die allerdings von der Außenwelt oft so nicht wahrgenommen werden“. Allerdings werde die Kirche nicht mehr als relevant angenommen, Antworten auf die Fragen des täglichen Lebens im 21. Jahrhundert zu finden.

Gewünscht wird eine offene, fröhliche Kirche, die mehr mit der Öffentlichkeit, anderen Vereinen und Institutionen kooperiert und nicht nur kirchenintern. Die Landeskirche sollte eine Assistenzkraft im Pfarrbüro finanzieren, damit sich die Pfarrer auf ihre originäre Aufgabe statt um Verwaltungsangelegenheiten kümmern können, war eine der konkreten Ideen. Außerdem solle sich jeder Pfarrer mit seinen Stärken profilieren, anstatt alle Themenbereiche abzudecken. Pfarrer Reiner Conrad stellte als Visionär gar die Grundsatzfrage nach einer bewussten Erwachsenentaufe. Alle Mitwirkenden erhalten die Ideensammlungen, um damit intern in ihren Gemeinden weiter arbeiten zu können.

Weitere Termine: Die dritte Zukunftswerkstatt ist am 21. März im Käthe-Luther-Haus in Blieskastel, 9 bis 13 Uhr. Die zweite Runde der Zukunftswerkstätten ist so terminiert: 5. und 19. September jeweils in der Versöhnungskirche Ixheim, 26. September in Blieskastel.