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Sparen! Aber nicht am falschen Ende. . .

Sparen! Aber nicht am falschen Ende. . .

Was für eine großartige Nachricht ereilte den Flughafen Zweibrücken in dieser Woche! Die Reiseunternehmen Tuifly und Thomas Cook bleiben der Rosenstadt treu. Der nur wenige Kilometer entfernte Flughafen Saarbrücken ging damit leer aus. Dort bestand die Hoffnung, einige Flüge nach Ensheim abzuziehen.Unabhängig von jeglichem Lokalpatriotismus kann man diese Entscheidung nur begrüßen

Was für eine großartige Nachricht ereilte den Flughafen Zweibrücken in dieser Woche! Die Reiseunternehmen Tuifly und Thomas Cook bleiben der Rosenstadt treu. Der nur wenige Kilometer entfernte Flughafen Saarbrücken ging damit leer aus. Dort bestand die Hoffnung, einige Flüge nach Ensheim abzuziehen.Unabhängig von jeglichem Lokalpatriotismus kann man diese Entscheidung nur begrüßen. Denn nicht erst seit dieser Woche ist bekannt, dass Zweibrücken ganz objektiv betrachtet die besseren Voraussetzungen für Ferienflüge besitzt. Dort können auch größere Flugzeuge jederzeit problemlos starten und landen, während das in Saarbrücken aufgrund der kurzen Landebahn nicht möglich ist.

All das ist seit vielen Jahren bekannt. Trotzdem existieren in einer nicht gerade dicht besiedelten Region weiterhin zwei Flughäfen nebeneinander her - und kosten Millionen an Steuergeldern. Um es auf den Punkt zu bringen: Ensheim gehört wegen seiner schlechteren Infrastruktur schlicht und einfach geschlossen. Da müssen die Saarländer - auch wenn man ihnen ihre Eigenständigkeit weiterhin gönnen möchte - endlich über ihren Schatten springen. Für den saarländischen Touristen macht es jedenfalls keinen Unterschied, ob sein Flieger nun von Zweibrücken oder Saarbrücken geht: Der Anfahrtsweg dürfte in den meisten Fällen in etwa gleich sein. In finanziell schwierigen Zeiten sollten derart teure regionale Befindlichkeiten in den Hintergrund treten.

Finanziell schwierige Zeiten erleben auch Kommunen wie Zweibrücken. Der Umwelt- und Servicebetrieb (UBZ) schlägt deshalb vor, in Zukunft weniger Straßen von Schnee und Eis zu befreien. Bei allem Verständnis für die Sparzwänge der Stadt: Auf elementare Dinge wie gut befahrbare Straßen sollten wir nun wirklich nicht verzichten. Wenn in einer Stadt wie Zweibrücken schon solche Dienstleistungen eingeschränkt werden, macht sie das auch insgesamt weniger attraktiv. Und eine Kommune muss schließlich immer Interesse daran haben, dass sich Menschen und Unternehmen in der Stadt ansiedeln. Insofern sollte sie möglichst darauf achten, nicht am falschen Ende zu sparen.