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Solo-Album des Zweibrückers Michael Wack

Solo-Album des Zweibrückers Michael Wack : Musik als Lockdown-Therapie

Spontan bringt der Zweibrücker Michael Wack sein erstes Solo-Album auf den Markt. Und verarbeitet dabei musikalisch die Corona-Zeit.

Allein, allein, allein und noch mal allein. So ist das neue Album entstanden, das der Zweibrücker Musiker Michael Wack zum Frühjahr auf den Markt bringt. Nach der Single „Nackisch iss viel scheener“ ist das der erste komplette CD-Alleingang des 60-jährigen Dozenten und Band-Leaders. Unfreiwillig, denn auch zusammen findet er noch „viel scheener“. Klar und deutlich sagt er: „Ohne den Lockdown hätte ich kein neues Album gemacht.“

Doch gleich zu Beginn der Corona-Zeit schrieb er im März 2020 den Corona-Blues für den runden Geburtstag eines Freundes. In dicker Gasmaske mit Froschaugen singt er: „Corona Blues – du bisch e Depp. Du willsch uns all hole, kriesch uns aba net.“ Alle Begleitinstrumente hat Michael Wack selbst eingespielt und zusammengeschnitten, dafür eigens sein technisches Equipement aufgerüstet. Doch jede Single braucht auch eine B-Seite und so entstand die Quarantäne-angepasste Aufforderung: „Bleib deheem“: „Wann hört das endlich auf? Ich will mei Lebe zurück. Unsere größte Sorje: was passiert übermorje.“ Natürlich gefilmt im „Homeoffice“, unterstützt von Tochter Carla Wack am Bass, Sebastian Monzel (Mix) und Mef Noway (Video).

Parallel dazu spukte ihm schon die Geschichte von „Madame Corona und Mister Pandemie“, einem sehr ambivalenten Pärchen, durch den Kopf. „Sie sinn jetzt zusamme, doch e Paar wern se nie. Diese Affäre wird wieder vergehn, denn das Leben baut auf Zukunft und auf die Liebe.“ Davon ist der Diplom-Sozialpädagoge überzeugt.

Der absolute Hit dazu ist das Video, das Michael Wack als „Phantom der Oper“ und Carla Wack als Lebedame zeigt. Der Vater freut sich: „Zum Glück liegen wir musikalisch auf einer Welle und sie hat auch solchen Spaß an der Kostümierung.“ Und zum Glück war die 27-Jährige, die sowohl beruflich als auch musikalisch in die Fußstapfen ihres Vaters getreten ist, von dem Titel ebenso begeistert wie Ehefrau Gabi. „Meine Familie, das sind meine strengsten Kritiker“, schmunzelt der beliebte Zweibrücker.

Sozialkritisch beleuchtete er in „Alles zuviel“ auf der B-Seite die Auswüchse der Konsumgesellschaft. Da heißt es unter anderem: „Wir haben doch keine Probleme, wir haben ein goldenes Klo. Ganz egal, wieviel druff gehen, Hauptsach, enner kriet Geld raus.“ Bei vier ganz unterschiedlichen Titeln war die Hälfte zum Album geschafft. Und da die Pandemie und der Lockdown verlängert wurden, griff Michael Wack erneut zu Computer und Instrumenten. Er sagt: „Die Musik hilft mir, mit dieser Zeit besser umzugehen, eine Art Selbsttherapie.“

Deshalb auch outet er sich im fünften Song. In typischer Michael-Wack-Manier rhythmisch, laut und progressiv. Denn „zurück gehe ich nur, um Anlauf zu holen.“ Allein auf der Bühne, vermisst er die Kollegen und vor allem sein Publikum, denn das ist – neben der Musiktherapie – die Motivation für den Autodidakten. „Natürlich brauche ich mich solo mit niemandem abzustimmen und kann bis zur Perfektion feilen. Mit Blueshimmel stehen wir oft unter Erscheinungsdruck und sind früher zufrieden“, sinniert er. Doch allein schmore man bei aller musikalischer Bandbreite auch immer ein wenig im eigenen Saft, weil die Inspiration und die Auseinandersetzung mit den Kollegen fehle.

Als weitere Titel wird es noch eine sanfte Ballade, einen traditionellen Blues und einen tanzbaren Partyhit geben – einmal „quer durch den Blueshimmel“ also. Während die Singles online laufen und die Videos auf der Homepage zu sehen sind, wird die CD „Musikandemie“ gebrannt als etwas, das man sich daheim ins Regal stellen kann. Und da die Hoffnung zuletzt stirbt, sind bereits zwei Live-Auftrittstermine für die Zweibrücker Mundart-Band geplant: Am 8. Mai ein Open Air sowie am 4. Dezember der Nikelaus-Blues, jeweils an/in der ACH-Halle. Hält Michael Wack das für realistisch? „Mir werre’s siehn!“

www.michael-wack.com