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So heißen Wlan-Netze in Zweibrücken

Internet : So nennen die Zweibrücker ihre W-Lan-Router

Aus den Namen der Netze in der Rosenstadt lässt sich einiges herauslesen. Zum Beispiel, wem sie gehören. Aber Vorsicht: Nicht alle sind fremden Endgeräten wohlgesonnen. Manchmal ist auch Schadenfreude dabei.

Wenn es um die Einrichtung ihres Heim-Internets geht, sind die Zweibrücker pragmatisch. Damit auch jeder weiß, wem das Netz gehört, bekommt der Router einfach den Namen des Besitzers. Bei einem Spaziergang durch die Rosenstadt blinken auf einem Wlan suchenden Mobilgerät also Netze mit den Namen Helmut, Roland, Lars, Robert oder Miri auf. Zwischen den vielen Modellbezeichnungen der Hersteller sind die Vornamen fast schon ein bisschen exotisch. Denn die Mehrheit benennt ihr Modem normalerweise nicht um. Und so kann es sein, dass man bei der Suche nach einem freien Wlan-Netz in der Stadt von einer Liste aus Zahlen-Buchstaben-Kombinationen erschlagen wird. Unter den ganzen Fritz-Boxen, Vodafone-Routern und O2-Modems finden sich in der Stadt verteilt auch einige paar kreativ getaufte Netze. (Die eingezeichneten Standorte sind dabei nur Näherungswerte):

Ein paar Zweibrücker trauen ihrem Internet einiges zu: anders sind Namen wie Zeus oder Jarvis nicht zu erklären. Allerdings unterschätzen die Namensgeber wohl die Fähigkeiten ihres DSL-Anschlusses. Denn die Netze dürften wohl weder Blitze schleudern können wie der griechische Gott (Zeus) oder komplizierte Sprachbefehle befolgen wie die vom Marvel-Helden Iron-Man entwickelte künstliche Intelligenz (Jarvis).

Zieht man die Wlan-Namen zu Rate, dann befindet sich in Ixheim das „Zentrum der Macht“. Überhaupt schreiben die Ixheimer ihren Heimnetzen scheinbar gerne positive Attribute zu. Hier ist die Fritzbox nichtmehr bloß irgendein Modell, sondern „die coole Fritzbox“. Dem Namen eines Wlan-Routers nach scheint im Süden der Stadt auch ein echter Feinschmecker zu wohnen. Bemerkenswert: In Ixheim nutzt sogar die Oma kabelloses Internet. Das machte die Enkel womöglich so stolz, dass sie die Information im Namen des Routers verewigten. Doch ist Internet im Jahr 2021 für Großeltern überhaupt noch etwas Ungewöhnliches? Wohl eher nicht. „Eijoo“ würde der Zweebrigger sagen. Oder gleich sein Wlan zuhause so benennen?

Auch in der Zweibrücker Innenstadt finden sich Spuren des regionalen Dialekts im Namen eines Netzes: Denn in der Kaiserstraße gibt  man sein Passwort nicht zu Hause ein, sondern „Dahemm“. Man könnte es auch mit einem Bewohner der Richard-Wagner-Straße halten und in etwas technischerem Jargon von der „Heimwlanstation“ sprechen.

Auf etwas ruppige Art macht ein Haushalt in Niederauerbach darauf aufmerksam, dass doch bitte niemand sonst das Wlan nutzen solle (geh weg du Psycho). In der Landstuhler Straße gibt es zumindest einen Gastzugang für Schnorrer.

Mit Häme begegnen Bewohner eines Gebäudekomplexes in der Poststraße Menschen, die am Bahnhof gestrandet sind. Auf der Suche nach einem nutzbaren Netz werden die Wartenden dann mit „Haha Zug verpasst“ nochmal mit Schadenfreude an ihr gegenwärtiges Dilemma erinnert.

Manchmal sind die Wlan-Namen übrigens auch sehr aufschlussreich. Wer sich in der Hofenfelsstraße schonmal gefragt haben sollte, warum in einer Wohnung nachts das Licht brennt, bekommt über den Wlan-Namen „hier zocken Gamer“ seine Antwort. Und wer sich fragt warum an einem Haus in der Fuchsstraße niemals die Rolläden hochgehen und sowieso alles sehr langsam vonstatten geht, braucht sich auch nichtmehr wundern: Nach Aussage des Wlans befindet man sich dort nämlich im Faultierland.