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Sitzecke auf Dorfplatz Wattweiler ist ein Sicherheitsrisiko

Ortsvorsteher Körner will sich diese Woche kümmern : Sitzecke lange gesperrt: „Das hat schon was von Berliner Flughafen“

Wattweiler Ortsvorsteher nimmt Versäumnisse auf seine Mütze und kündigt schnelle Lösung an.

Seit Beginn des Jahres steht auf dem Dorfplatz im Zweibrücker Stadtteil Wattweiler ein Käfig. Ein Infozettel, den ein selbsternannte Hüter des Zaunes dort anbrachte, lässt vermuten, dass hier der „große grüne Steinfresser“ (lateinisch: magnus veridi apis comedenti wattweileriensis) zu sehen sei. Eine endemische Art – keinesfalls zu verwechseln mit dem ortsansässigen „Schluckspecht“ oder dem in Bayern beheimatetem Wolpertinger, heißt es weiter. Doch statt eines seltenen Fabelwesens, sehen die Wattweiler hinter dem Zaun nur eine Sitzgelegenheit, die sie nicht nutzen können.

2014 hatte der Ortsbeirat den Beschluss getroffen, den Dorfplatz, in der Ortsmitte, auf dem auch eine Boule-Bahn angelegt ist, etwas aufzuwerten. Ein paar Bänke und die Sitzgruppe mit Tisch sollten die Dorfgemeinschaft zum Verweilen einladen. Dafür machte sogar die Stadt Restmittel locker, den übrigen Teil übernahm der Ortsbeirat selbst. Kein großer Akt, sollte man meinen – doch die Geschichte entwickelte sich mehr und mehr zum Fiasko.

Die Sitzecke braucht im Vergleich zu den Bänken nämlich ein Fundament, auf der sie stehen kann. Das musste erst gebaut werden. Ortsvorsteher Thomas Körner (FWG) wollte das selbst übernehmen. Der Versuch scheiterte jedoch. Das errichtete Fundament war nicht breit genug, um die Sitzgruppe zu befestigen. Und so stand die Sitzgruppe seit Anfang 2018 fundamentlos auf Schotter und wackelte vor sich hin.

Das missfiel dem Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken (UBZ). Die Sitzecke sei „unsachgemäß – entgegen der Vorgaben – aufgestellt“ und eine „Gefahrenstelle“, erläutert der UBZ auf Merkur-Anfrage. Also umzäunte der UBZ Tisch und Bänke im Januar 2020, was dem ästhetischen Gesamtbild des Dorfplatzes nicht zu Gute kam.

Der UBZ habe ihn gedrängt, das Problem zu beheben, so Körner. Er will sich der Sache jetzt wieder annehmen. „Das Ganze hat schon was von Berliner Flughafen“, sagt Körner selbstironisch. Bis zum Wochenende soll das Fundament jetzt fertig gebaut werden. Körner will selbst mit einem Bekannten zusammen alles erledigen. Er sagt klar, die Verzögerung gehe „ganz alleine auf meine Mütze“. Aus persönlichen Gründen sei immer wieder etwas dazwischen gekommen. – „Es hat schon sehr lange gedauert bis sich da was bewegt“, findet auch die ehemalige SPD-Kandidatin für den Wattweiler Ortsvorsitz Lisa Obenauer. Sie will Körner jedoch keine Vorwürfe machen: „Wenn er jetzt was in die Wege leitet , sind alle im Dorf froh, dass es vorangeht.“

In Zukunft wird es auf dem Dorfplatz in Wattweiler weiterhin keine seltenen Steinfresser geben – aber vielleicht eine sachgemäß aufgestellte Sitzecke.