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"Sie sind ein Teil unserer Stadt"

"Sie sind ein Teil unserer Stadt"

Zweibrücken. Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr mussten die Zweibrücker gestern Vormittag Abschied von toten Soldaten nehmen. Neben den Kameraden und Politikern sowie den Journalisten kamen auch diesmal wieder hunderte Zweibrücker zur Trauerfeier. Nur wenige hatten einen Platz in der Kirche gefunden

Zweibrücken. Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr mussten die Zweibrücker gestern Vormittag Abschied von toten Soldaten nehmen. Neben den Kameraden und Politikern sowie den Journalisten kamen auch diesmal wieder hunderte Zweibrücker zur Trauerfeier. Nur wenige hatten einen Platz in der Kirche gefunden. Die meisten harrten in der Kälte aus und gedachten der beiden Opfer, deren Särge bereits am frühen Morgen in der Alexanderskirche aufgebahrt wurden. "Muss das wirklich sein? Die beiden hatten doch ihr Leben noch vor sich", hinterfragt Heiderose Wagner den Auslandseinsatz der Bundeswehr. Sie glaubt nicht, dass der Terror in Afghanistan aufhören wird. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es wieder zu einem Anschlag kommt."Die meisten wollten mit ihrer Anwesenheit zeigen, dass die Soldaten während eines Einsatzes für Deutschland ermordet wurden. "Sie waren ja schließlich für uns dort", sagt Rüdiger Zaranski. Für ihn handelt es sich bei den Mördern um "eine weltweite Terrorbande, der das Handwerk gelegt werden muss". Die Bundeswehr schütze deshalb mit ihrem Einsatz auch die Bevölkerung in Deutschland. "Die Soldaten sind doch ein Teil unserer Stadt", erklärt Maria Bender. "Sie leben hier und beteiligen sich auch am gesellschaftlichen Leben." Sie selbst kennt einige, die an Auslandseinsätzen beteiligt waren. "Beim Hören der Nachrichtensendungen im Radio hat man dann schon ein mulmiges Gefühl, weil man natürlich Angst um die Bekannten hat." Zum Abschluss der Trauerfeier wurden unter den Menschen vor der Kirche einige Kerzen verteilt und ein Trompeter spielte als letzten Gruß "Ich hatte einen Kameraden." nob