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Serie ZW im Fokus: Volkhard Gabriel

SERIE DIE KÜNSTLER VON ZW IM FOKUS : Ein Gefühl für den richtigen Moment

In einer Serie stellt der Merkur die Siegerfotos der Aktion „Zweibrücken im Fokus“ vor. Heute: Volkhard Gabriel

Normale Menschen haben Klamotten in ihrem Kleiderschrank. Bei Volkard Gabriel sind es Kameras, Objektive vom Macro-Objektiv über das „Fischauge“ oder Weitwinkel für umfassende Landschaftsaufnahmen bis hin zum Tele-Objektiv, das die Distanzen überwindet und die Ferne in die Nähe holt, sowie Aufheller, Fotorucksäcke und weitere Ausrüstungsgegenstände.

Für den stadtbekannten Profi unter den Amateuren, dessen Bilder in der Apotheke ebenso zum Stadtbild gehören wie seine Teilnahme an diversen Kunstausstellungen in Zweibrücken, ist die Fotografie ein fester und wichtiger Bestandteil seines Lebens. So war es für ihn Ehrensache, auch bei „ZW im Fokus“ seine Bilder „in den Ring zu werfen“. Mit Erfolg: Sein scharfes, rotes Oktober-Rosen-Paar vor dem im Hintergrund verschwommenen Regenbogen im Jet-d‘Eau am Rosengartenweiher wurde Foto des Monats.

 Aus Akeleiblüten, aufgenommen mit dem Makro-Objektiv, zaubert Volkhard Gabriel ein natürliches (!) Fotokunstwerk.
Aus Akeleiblüten, aufgenommen mit dem Makro-Objektiv, zaubert Volkhard Gabriel ein natürliches (!) Fotokunstwerk. Foto: Cordula von Waldow

Wenngleich er mit seinen Aufnahmen von Naturschönheiten und Zweibrücker Stolzobjekten zu allen Jahres- und Tageszeiten wohl die Straße pflastern könnte, zog der 60-jährige ehemalige Postbeamte 2021 jeden Monat eigens los, um für den Wettbewerb zu fotografieren.

Als Jugendlicher trat der gebürtige Maßweiler, der lange Jahre in Ixheim gelebt hat und fast 40 Jahre als Mitglied der VT Niederauerbach angehört, davon annähernd 30 Jahre  das Ehrenamt des Pressewartes bekleidend, somit als Zweibrücker gilt, in die Fußstapfen seines ebenfalls fotobegeisterten Vaters und erwarb seine erste Kamera. Er lacht: „Das hat sich dann so aufgebaut.“

Heute sind es derer sieben, davon vier digitale Spiegelreflexkameras, die Volkhard Gabriel ständig im Einsatz hat. Geht er in die Natur, und das tut er häufig, ist die Kamera dabei.

Seinen Meister machte der Amateur-Profi seinerzeit bei dem legendären Zeitungs-Sportfotografen Bernhard Kunz aus Mutterstadt. Er erkannte schnell: „Wenn du Sport fotografieren kannst, kannst du alles fotografieren, denn da kommt es auf den Punkt an.“ Unvergessen sein Meisterschuss, als beim Sommerbiathlon im saarländischen Püttlingen dem großen Ole Einar Björndalen aus Norwegen, dem erfolgreichsten Biathleten aller Zeiten, die Patronenhülse beim Nachladen aus dem Gewehr flog und Volkhard Gabriel punktgenau den Finger auf dem Auslöser hatte.

Oder das Jahr 2011, in dem er im Foto-Wettbewerb des Landessportbundes Rheinland-Pfalz bei den Amateuren siegte und sein großes Vorbild, Bernhard Kunz lediglich Bronze bei den Profis gewann.

Von seinem Haus am Rande von Maßweiler aus genießt Volkhard Gabriel den Weitblick in die Natur, hinunter zum Tigergehege in der Tierauffangstation Tierart oder nach Pirmasens. „Überall gibt es Schönes zu sehen. Da reicht das Gänseblümchen in der Wiese, um daraus ein tolles Plakat zu machen. Es braucht nicht immer etwas Spektakuläres“, findet der Fotokünstler. Diese Schönheit, gesehen durch seine Linse, will er den Betrachtern näher bringen.

Seine Bilder bestechen durch ihre große Klarheit und Tiefenschärfe, kontrastreiche, knallige Farben, gelungene Lichtspiele und DEN gewissen Moment, in dem etwa der Schnee auf dem Zweig schmilzt und der eine Tropfen fällt. Seine Methode: „20 Millimeter Festbrennweite und raus.“

„Ich fotografiere und manipuliere nicht“, setzt Volkhard Gabriel auf ehrliche Authentizität. Seinen Fotografien im RAW-Format verleiht er eventuell noch etwas mehr Schärfe, korrigiert Farbintensität, Temperatur und Helligkeit – das war‘s. Nach Jahren der Sportfotografie oder Motiven von Elmira‘s Orient finden sich die Lieblingsmotive heute in der Natur. Oder um die Ecke, denn aktuell macht Volkhard Gabriel Image-Fotos für das umgebaute Restaurant Borst in Maßweiler.

Für Zweibrücken kunstvoll, eine Ausstellung am 28. Mai in der Zweibrücker Fußgängerzone, tut er sich mit dem Hornbacher Jo Steinmetz zusammen. Und so ganz im Hintergrund schlummern im Kopf des vielreisenden Radfahrers, Rollerfahrers und California-Campers noch Fototräume. Dazu gehören die Nordlichter. Oder der Naturpark Kamtschatka auf der Eurasischen Halbinsel.