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Serie "Der Song meines Lebens" mit Thorsten Albrecht

Serie Der Song meines Lebens : „Für mich der erste richtige Prog-Rock-Song“

Manchmal ist ein Lied mehr als nur ein Lied. Man hört es, und es lässt einen nicht wieder los. Weil es uns musikalisch einen neuen Horizont eröffnet, eine bestimmte Saite in uns zum Schwingen bringt oder weil wir es mit unvergesslichen Erlebnissen verbinden. Über solche Songs erzählen prominente und weniger prominente Bürger in unserer seit 2019 laufenden Serie. Heute: Thorsten Albrecht

Thorsten Albrecht ist Wirt des Café Pastis in der Maxstraße. Der Song seines Lebens ist vergangenes Jahr 50 Jahre alt geworden – im November 1971 brachte die englische Rockband Yes das Album „Fragile“ mit dem Song „Roundabout“ heraus, der unter den Fans bis heute als einer der besten der Gruppe gilt.

Den größten Hit hatten Yes 1983 allerdings mit dem Stück „Owner of a Lonely Heart“. Für die meisten Fans der Band war jedoch die Phase Anfang der Siebzigerjahre die beste. Auf „Fragile“ war Keyboarder Rick Wakeman neu zur Band gekommen. Der erspielte sich schnell den Ruf eines Tastenmagiers, wozu nicht nur die langen Gewänder beitrugen, die er bei Auftritten trug, sondern auch seine unglaubliche Fingerfertigkeit.

Aus eben jener Epoche von Yes sticht „Roundabout“ hervor, weil es eines der rockigeren und unkomplizierteren Stücke der Band war – relativ gesehen. Yes zählten nämlich zu den Vertretern des sogenannten Prog-Rocks, einer Stilrichtung, die sich durch überraschende Tempowechsel, schräge Taktarten oder ungewöhnliche Tonartwechsel kennzeichnete.

„Für mich war Roundabout der erste richtige Prog-Rock-Song“, meint Albrecht. Für ihn sind „Fragile“ und das Nachfolgealbum „Close to the Edge“ die beiden besten Alben von Yes. Müsste Albrecht aber generell ein Lieblings-Album auswählen, dann wäre es das Weiße Album der Beatles. „Ich habe schon früh ganz viel Beatles gehört. Nur, von denen einen einzigen Song hervorzuheben, das ist unmöglich, die haben so viele tolle Sachen gemacht.“

Albrechts dritte Lieblingsband ist die britische Gruppe Queen – das habe damit zu tun, dass er selbst Gitarre spielt und den Queen-Gitarristen Brian May sehr bewundert. Um die Beatles live gesehen zu haben ist er zu jung. Auf Queen- und Yes-Konzerten dagegen sei er schon gewesen, wie er erzählt.

 Yes Roundabout
Yes Roundabout Foto: PM

Yes hörte und sah er 1991 in Frankfurt. Damals spielte die Band ihre „Union“-Tour: Zuvor hatte es praktisch zwei Formationen von Yes gegeben, die sich dann miteinander vereinigten. Keyboard, Schlagzeug und Gitarre waren bei dem Konzert doppelt besetzt. Natürlich spielte die Band auch „Roundabout“. „Das war genial“, erinnert sich Albrecht heute.