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Serie Bundestagskandidaten 210 Florian Bilic, CDU

SERIE KANDIDATEN FÜR DIE BUNDESTAGSWAHL IM WAHLKREIS 210 : Sein Ziel? Der direkte Weg nach Berlin

Zwölf Direktkandidaten treten im Wahlkreis 210 an, zu dem Zweibrücken und der Landkreis Südwestpfalz gehören. In einer Serie stellen wir die Bewerber vor. Heute: Florian Bilic, CDU.

Der Arbeitstag von Florian Bilic kann gar nicht genug Stunden haben. Der 27-Jährige hetzt von Termin zu Termin. „Zwölf bis 14 Stunden kommen täglich zusammen“, berichtet der IHK-Referent für Standortpolitik, regionale Netzwerke und Unternehmensförderung. Er bewirbt sich als CDU-Kandidat am 26. September für einen Platz als Abgeordneter im Bundestag. Seinem Wahlkreis 210 gehören neben Pirmasens und dem Landkreis Südwestpfalz die kreisfreie Stadt Zweibrücken sowie der Süden des Landkreises Kaiserslautern mit den Verbandsgemeinden Bruchmühlbach-Miesau, Landstuhl und Ramstein-Miesenbach an.Warum hat sich Bilic für ein Engagement in der Politik entschieden? „Man kann seine Meinung auch am Stammtisch äußern, aber Dinge bewegen und verändern kann man dadurch nicht“, erklärt der Christdemokrat. Darum habe er sich für die Arbeit in einer Partei entschieden, die seinen Vorstellungen am Nächsten kommt – und das sei die CDU gewesen.

Schon in der Schule hat sich Bilic als Schülersprecher für seine Mitschüler eingesetzt und im Laufe der Jahre viele soziale Projekte auf den Weg gebracht. 2011 erfolgte der Eintritt in die Partei. Bereits drei Jahre später war er Mitglied des Kreisvorstandes und zwei Jahre später Vorsitzender der Jungen Union.

„Ich habe das Glück, dass unser ehemaliger Oberbürgermeister und CDU-Kreisvorsitzender Bernhard Matheis mit der Frage auf mich zukam, ob ich mir eine Kandidatur für den Bundestag vorstellen kann. Ich musste nicht lange überlegen und habe die Chance ergriffen.“

Seine vordringliche Aufgabe als Politiker in der Hauptstadt beschreibt Bilic mit dem großen Überbegriff „Verbesserung der Infrastruktur“: „Ich möchte unsere Region langfristig so stärken, dass die Menschen hier gut leben können.“

 Dazu gehöre die Breitband- und Mobilfunkversorgung (Roaming) genauso, wie die Mobilität auf den Schienen und den Straßen. Auch entsprechende Freizeitmöglichkeiten müssen vorhanden sein und die Rahmenvoraussetzungen für investitionswillige Unternehmen durch Gewerbeflächen geschaffen werden. Über einen gut vernetzten Investorenpool könnten finanzielle Hilfen für Unternehmensgründer angestoßen werden. Dabei stehen bei Bilic nicht nur Pirmasens und den Landkreis Südwestpfalz im Fokus. „Es geht nicht um Kirchturmdenken, meine Idealvorstellung ist das übergreifende Arbeiten und Planen der benachbarten Kommunen Hand in Hand“, erklärt Bilic. Dazu will er Fördermittel in die Region bringen und für eine Rückkopplung seiner politischen Arbeit bei den Menschen sorgen – „und zwar das ganze Jahr über, nicht nur im Wahlkampf.“

Als einen großen Ballast hat Bilic die in Deutschland herrschende Bürokratie ausgemacht. In vielen Bereichen gebe es Möglichkeiten, die Behörden zu verschlanken und notwendige Projekte damit schneller umsetzen zu können. Auch bei den Bürgern sorge ein zu hohes Maß an Bürokratie für Verdruss.

Auf der politischen Agenda stehen die Windkraft: „nicht in Biosphärenreservate Natur- und Landschaftsschutzgebiete bauen“; die B 10: „unbedingt vierspurig“; und eine durchgängige Nahversorgung: „auch und gerade in ländlichen Gebieten“.

Zudem müssten gebeutelte Kommunen wie Pirmasens und Kaiserslautern von Landesseite finanziell besser ausgestattet werden, um alle ihre Aufgaben erfüllen zu können und nicht stetig weiter Schulden anzuhäufen.

Beim Thema Gerechtigkeit hat Bilic ebenfalls klare Vorstellungen: Perspektivisch müsse die Beitragsbemessungsgrenze ein Thema sein. Bei den Langzeitarbeitslosen ist er sich der Schwere der Aufgabe bewusst. Aber auch ihnen müsse die Chance zurück ins Arbeitsleben gegeben werden.

Europa liegt ihm aufgrund der kroatischen Herkunft seines Vaters besonders am Herzen. Seine Familie habe den Krieg in Jugoslawien hautnah miterlebt. Auch die deutsch-französische Freundschaft sei wichtig. Aufgrund der Nähe zu Frankreich könne es hier übergreifende Projekte geben, beispielsweise um die Jugendarbeitslosigkeit zu verringern.