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Sentimentaler Appell mitten in der Stadt

Sentimentaler Appell mitten in der Stadt

Die Bundestagsabgeordnete Anita Schäfer (CDU) forderte beim Gelöbnisappell gestern mehr Anerkennung für die Soldaten. Gleichzeitig müsste die Armee entsprechend ihre Aufgabe angemessen ausgerüstet werden.

Die Bundeswehr sei ein Teil der Gesellschaft und soll sich "auf öffentlichen Plätzen präsentieren", sagte die Bundestagsabgeordnete Anita Schäfer (CDU ) beim letzten öffentlichen Appell des Fallschirmjägerbataillons 263 auf dem Zweibrücker Herzogplatz. 106 Rekruten , darunter drei Frauen, legten bei dem Appell "im Zentrum der Stadt" ihr Gelöbnis ab, sagte der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Constantin Spallek. Die 133 Rekruten , davon acht Frauen, hatten im Januar den Dienst angetreten.

Bei der harten Ausbildung hätten sie erfahren, dass Soldaten wie kaum eine andere Gruppe Einschränkungen der persönlichen Freiheit unterlägen. Weiter sagte Spallek, dass sich der Soldatenberuf in wesentlichen Dingen von anderen Berufen unterscheide. "Er kann bedeuten, Menschen zu töten - und den Tod von Kameraden mitzuerleben." Wie nah diese Worte an der Realität seien, könnten Soldaten am Ehrenhain für die gefallenen Kameraden des Bataillons in der Niederauerbachkaserne erleben.

Deshalb nutzte der Kommandeur den Appell auch, um an die beim Einsatz gefallen Soldaten zu erinnern. "In dieses Gedenken möchte ich heute zusätzlich die Unglücksopfer des Flugzeugabsturzes der Germanwings-Maschine integrieren, um den Angehörigen das Mitgefühl zu signalisieren." Die mehreren hundert Zuschauer des Appells gedachten mit einer Schweigeminute der Toten.

Die Bundestagsabgeordnete Schäfer betonte, dass es weiter junge Menschen geben, die bereit seien, in Pflichterfüllung unserem Land zu dienen. "Auch wenn die Soldaten dafür nicht immer den angemessenen Dank erfahren, den sie verdienen." Die Abgeordnete, die Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestages ist, betonte, dass die Soldaten nicht nur Anerkennung verdienten - die Armee müsse auch entsprechend ausgerüstet werden. "Auch wenn das Geld kostet." Dabei gehe es nicht nur um die Beschaffung von Großgeräten, sondern auch für die persönliche Ausrüstung der Soldaten.

Nach den Worten Spalleks war der Appell als Auflösungsappell des Fallschirmjägerbataillons 263 geplant gewesen. Wegen der gerade begonnenen Umgliederung sei der Termin aber zu früh. Ein Abschied sei es auch nicht, denn die Fallschirmjäger blieben unter gewechselter "Hausnummer" in Zweibrücken . Bei einem Appell am 28. April im Westpfalzstadion wird das Fallschirmjägerregiment in Dienst gestellt (wir berichteten).

Am Ende des Appells nach dem Gelöbnis, einigen Ehrungen, Beförderungen und Kompaniewechseln, "muss ich noch sentimental werden", sagte Spallek. Denn seine Dienstzeit als Kommandeur der Einheit endet. Neben dem Dank an die Soldaten, dankte er auch den Zweibrücker Bürgern für das Verständnis und die Achtung der Soldaten.