1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Abrissarbeiten verzögern sich: Seniorenheim kommt später

Abrissarbeiten verzögern sich : Seniorenheim kommt später

Die Ausschreibung für die Abrissmaßnahmen in der Quebec- und Ontariostraße dauerte länger als geplant. Die Neubauarbeiten in der Canadasiedlung sind aus Sicht der Gewobau erst in der zweiten Hälfte 2019 realistisch.

Die angedachte Pflegeeinrichtung des Pirmasenser Diakoniezentrums und das von der Gewobau geplante Mehrfamilienhaus in der Canada-Siedlung werden später kommen als bisher geplant. War Mitte 2017 noch die Rede davon, dass quasi in diesen Tagen Baubeginn sein könnte, so wird das im besten Fall in einem Jahr der Fall sein. Diesen Zeithorizont nannte eine involvierte Mitarbeiterin der Gewobau auf Merkur-Anfrage. Es sei sehr aufwendig gewesen, die entsprechenden Unterlagen zu erstellen, weil alle Anforderungen an das öffentliche Vergaberecht berücksichtigt werden müssten. Es geht dabei vor allem um die 90-prozentigen Zuschüsse, die das Land im Rahmen des Projekts Soziale Stadt für den Abriss der vier Gebäude (Quebecstraße 11 und 13, Ontariostraße 16 und 18) überweist. Inzwischen lägen der Gewobau allerdings die Ergebnisse der entsprechenden Ausschreibung vor. Man prüfe gerade, wer den Zuschlag erhalte und wolle nach den Sommerferien mit dem Abriss beginnen.

In einem zweiten Schritt müsse das Gelände neu modelliert werden, damit dort ein Plateau geschaffen werden kann, auf dem die großen Gebäude errichtet werden könnten. Ähnlich wie beim Netto-Markt, der dort gegenüber errichtet wurde. Die Gewobau-Mitarbeiterin hoffe, dass das bis Juli 2019 abgeschlossen sei. Werden dabei nicht etwa noch Weltkriegsbomben gefunden, deren Entschärfung Zeit kostet, könnten die Neubauten dann errichtet werden.

Im Zeitraum März/April war zwischen dem Diakoniezentrum Pirmasens und der Gewobau ein notarieller Kaufvertrag über das Gelände abgeschlossen worden, erklärt Stadtsprecher Heinz Braun.

Insgesamt geht es um ein 5300 Quadratmeter großes Areal, auf dem die Diakonie ein Seniorenheim mit insgesamt 100 Plätzen errichten will. 80 Plätze für Pflegebedürftige sind vorgesehen, flankierende Pflege-, Betreuungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten sollen in einem Neubau angeboten werden. Hinzu kommen 20 Plätze in einer Tagespflegeeinrichtung für Menschen mit Demenz. Auf dem Gelände will die Gewobau zusätzlich ein Mehrfamilienhaus errichten.

Norbert Becker, theologischer Vorstand des Diakonie-Zentrums erklärt, man orientiere sich beim Angebot am Bedarf der Menschen, „von ambulant bis stationär gibt es ganz viele Zwischenstufen“. Er möchte bei dem Projekt keine Zeit verlieren: „Wir fangen sofort an, wenn das Gelände modelliert ist. Wir brauchen Plätze und wollen deshalb schnell anfangen.“ Allerdings hofft er darauf, dass es noch diesen Spätherbst so weit sei – laut Gewobau dauert es ja deutlich länger. Neun bis zehn Millionen Euro will das Diakoniezentrum in die Hand nehmen. Vor einem Jahr hatte Oberbürgermeister Kurt Pirmann von einem Gesamtinvest von zwölf bis 15 Millionen Euro inklusive der Gewobau-Maßnahmen gesprochen.

Doch nicht besagte Stadttochter werde mit der Diakonie zusammen bauen, so Becker: „Es gibt inzwischen auch andere Interessenten, die sich im Hinblick auf Bedarfe bei barrierefreiem Wohnen und entsprechenden Wohnformen engagieren werden.“ Namen nannte er nicht. Von den Gebäuden nebst Cafeteria verspreche er sich eine Initialzündung für die Canada-Siedlung. Ähnlich wie bei dem Projekt „PS:patio!“, das man in Pirmasens-Winzeln umgesetzt habe. Dort stehen barrierefreie Wohnungen im Mittelpunkt, die ermöglichen sollen, dass Personen auch im Alter noch in ihrem vertrauten Umfeld leben können. Dieses Projekt habe dort auch den Wohnungsbau beflügelt, so Becker.

Fürchtet er das zwischenzeitlich von Manfred Schenk und der Ostermann-Gruppe Victors angedachte Pflegeheim und die Einrichtungen zu betreutem Wohnen auf dem Gelände der ehemaligen Parkbrauerei? „Betreutes Wohnen ist ein großer Begriff. Konkurrenz ist da kein Problem. Wir unterscheiden uns von anderen, wir bauen keine großen Häuser mehr und legen sehr viel Wert auf Individualität und ein sehr ausdifferenziertes Programm. Tagespflege und Betreutes Wohnen heißt alles oder nichts.“