Selbst ist die Frau

Innerhalb von zwei Tagen wurde den vier Teilnehmerinnen eines Pilotprojekt-Kurses der VHS Zweibrücken die Basis vermittelt, um einen kompletten Raum selbst zu renovieren.

Eigentlich wäre eine andere Tapete mal wieder schön und der Putz hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Mit dem neuen Putz wäre aber auch eine neue Farbe toll und Laminat würde dem Zimmer sowieso gut stehen. Eigentlich würde Frau im eigenen Zuhause gerne etwas verändern. Eigentlich. Das Problem ist nur: wie? So jedenfalls ergeht es der ein oder anderen Frau. Und genau deshalb hat die VHS Zweibrücken in Kooperation mit der Firma Sauerer ein Handwerksseminar für Heimwerkerinnen veranstaltet.

An zwei Samstagen wurde den vier Teilnehmerinnen erklärt, wie gängige Heimwerkerarbeiten durchgeführt werden. Die Idee dazu hatte Kursleiter Markus Guth, selbst erfahrener Heimwerker und Trainer in der Erwachsenenbildung, nachdem er von solchen Kursen gehört hatte, die größere Baumärkte für Kundinnen anbieten. Allerdings gefiel ihm der kommerzielle Gedanke daran nicht sonderlich gut. Auf die Thematik bezogen sollte es sein, nicht auf den Verkauf bestimmter Produkte. So entstand also das Handwerksseminar als VHS-Pilotprojekt, zu dem sich vier Frauen anmeldeten. Die durften an den letzten beiden Samstagen den Pinsel (und einiges mehr) selbst in die Hand nehmen. Nach einer theoretischen Einführung durch Markus Guth, in der die Frauen einiges über Werkzeuge, Sicherheit und die Vorbereitung einer Baustelle lernten, ging es für die Frauen sogleich in den praktischen Teil über. Anhand einer Skizze fertigten sie ihre Versuchswand selbst an und brachten Rigipsplatten und Holzplatten an. Nach dem Vormachen von Markus Guth waren die Frauen gefragt. Wie lernt es sich auch besser, wenn nicht durch das eigene Ausprobieren? Innerhalb von zwei Tagen wurde den Teilnehmerinnen die Basis vermittelt, um einen kompletten Raum selbst zu renovieren. Von der Berechnung des Materials, dem Abkleben und Streichen, Tapezieren und Gipsen. Ja sogar verschiedene Techniken um einen Strukturputz anzubringen, probierten sie erfolgreich aus.

Die kleine Gruppengröße ermöglichte den Teilnehmerinnen, alles selbst zu probieren - und so scheuten sie auch nicht davor, zu fliesen und Laminat zu verlegen. "Es ist was Schönes, wenn man weiß, wie es geht", findet Cornelia Gorsler-Marx, die Projekte schon verschoben hat, weil sie sich aus Unwissenheit nicht getraut hat. Ähnlich ging es auch Claudia Müller-Kiefer, die den Kurs besucht hat, um die Hemmschwelle zu überwinden. Am letzten Tag schwirrten den Teilnehmerinnen bereits Projekte durch den Kopf, die sie nun angehen wollen. Und vielleicht kommt dann auch Markus Guths Idee zum Einsatz. "Ein weiterführender Gedanke des Kurses ist, sich auch in Zukunft gegenseitig zu helfen und gemeinsame Projekte zu stemmen."

Damit diese Projekte auch gelingen und die Frauen noch mal alles in Ruhe durchgehen können, wurden die Teilnehmerinnen mit einem 60-seitigen Handout ausgestattet.