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Zahl der Woche: Seit fast 200 Jahren Pferderennen

Zahl der Woche : Seit fast 200 Jahren Pferderennen

Die Zweibrücker Rennwiese hat eine lange Tradition und ist heute im Bund der 47 deutschen Galopprennbahnen.

Im Zweibrücker Wochenblatt Nummer 40, vom 6. Oktober 1821, kündigt die Stadt ein erstes Pferderennen in Zweibrücken mit folgenden Worten an: „Da in den verschiedenen Städten Baierns am 12. Oktober, als am Namenstag unsers allergeliebten Königs, Pferderennen stattfinden und die Pferdezucht in hiesiger Umgebung vorzüglich ist, so wird zur Verherrlichung, dieses für die Baiern so merkwürdigen und erfreulichen Tages, auch allhier auf ähnliche Weise, ein mit Preisen verbundenes Pferderennen gehalten werden“.  Und weiter: „Das Rennen wird nachmittags um 4 Uhr, auf dem Exerzierplatz, im sogenannten Schlossgarten beginnen.“

Im Wochenblatt Nummer 42 wurden die Sieger beglückwünscht. Erster Sieger eines Pferderennens in Zweibrücken war demnach Balthasar Flickinger aus Zweibrücken. Wegen der „Schnelligkeit seines Pferdes“ erhielt er „6 Konventionsthaler mit Nationalfahne“. Somit war dies vor 196 Jahren die Geburtsstunde des Pferderennens in Zweibrücken.

Pferderennen gehören zu den ältesten (organisierten) Sportarten der Menschheit. Sie dienen vor allem der Zuchtauslese in der Pferdezucht. Sowohl das Englische Vollblut als auch der Traber verdanken ihre Zucht den Erfordernissen der Rennbahn. Der dortige harte Ausleseprozess führt zu Leistungsmerkmalen, die auch in der Zucht anderer Pferderassen höchst willkommen sind, zum Beispiel Gesundheit, Widerstandsfähigkeit, Adel in der Erscheinung und im Bewegungsablauf.

Seit Jahrhunderten sind Pferderennen aber auch eine Freizeitbeschäftigung des Menschen. Der Unterhalt eines Rennpferdes im Training ist teuer und risikoreich. Daher gibt es Besitzergemeinschaften – eine Art Verein zum Unterhalt eines oder mehrerer Rennpferde.

Als Zuschauer oder Wetter kann jeder an Pferderennen teilnehmen. Trabrennbahnen haben Bahnlängen von etwa 1000 Meter, Galopprennbahnen 1800 bis 2900 Meter. Die demzufolge vier bis 13 Hektar großen Innenflächen der Rennbahnen werden häufig auch für andere Sportarten genutzt.

Die Zweibrücker Rennstrecke verläuft auf einer 1200 Meter langen Bahn innerhalb der etwa (80 000 Quadratmeter) großen Fläche der Rennwiese. Rennwiese ist eine mittelalterliche Bezeichnung für einen Turnierplatz, die später auch als Synonym für Pferderennbahnen genutzt wurde.

Die meisten Orte, in denen dieser Sport angeboten wird, in Deutschland sind es 47, nennen ihre Austragungsorte Rennbahn, Rennplatz oder Turf. Aber auch einige Rennwiesen wie in Zweibrücken, zum Beispiel in Achern, Magdeburg, Mannheim, Karlsruhe oder Lebach, geben ihrem traditionellen Namen alle Ehre. In Zweibrücken finden zweimal jährlich Pferderennen statt. Das nächste kommende Woche Sonntag, 16. Juli.

Wichtig ist, welchen Zustand das Geläuf (Untergrund) beim Abhalten der Rennen hat. Der Boden wird mit einem Messgerät (Penetrometer) ermittelt. Dieses misst die Einschlagtiefe eines Gewichtes aus 1,5 Meter Höhe. Harter oder fester Boden ist für Galopprennen nicht erwünscht. Deswegen wird bei extremer Trockenheit das Geläuf mit Beregnungsanlagen bewässert, um optimale Bedingungen für Pferd und Reiter zu ermöglichen. (Quelle: Pfälzischer Rennverein Zweibrücken)