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„Seelensterben“ von Markus Heitz: Die Monster bedrohen das Saarland

„Seelensterben“ von Markus Heitz: Die Monster bedrohen das Saarland

Die Zwerge haben zwar seit Februar Pause, ihr Schöpfer Markus Heitz aber nicht. Dieses Jahr hat der umtriebige Saarpfälzer Autor etwa „Exkarnation – Seelensterben“ herausgebracht, das inzwischen beim Audio-Media-Verlag auch als gekürztes Hörbuch erschienen ist.

Der saarpfälzische Autor Markus Heitz verhilft dem finanziell angeschlagenen Flughafen Saarbrücken-Ensheim zu ein wenig literarischer Popularität. Denn allzu oft dürfte dessen Terminal in deutschen Bestsellern keine Rolle spielen. Die Szene, die Heitz in seinem Thriller "Exkarnation - Seelensterben" dort spielen lässt, ist allerdings recht klein. Der Kommentar, den er der Heldin Marlene von Bechstein über den Saar-Flughafen in den Mund legt, ist auch nicht allzu positiv. Er sei so klein, dass man sich dort nicht unbeobachtet strategisch positionieren könne. Das wäre in der beschriebenen Szene wichtig, weil die Helden sich mit jemandem treffen, der Ärger machen könnte. Immerhin habe Ensheim einen Flughafen, so von Bechstein versöhnlich. Die Dauerbaustelle Berlin-Airport lässt grüßen.

Neben Ensheim spielt auch ein Bunker in Saarbrücken-Rodenhof in dem Mysteryroman eine wichtige Rolle in einem Finale furioso, in dem zahlreiche Monstrositäten Saarbrücken, das Saarland und die Welt ins Unglück zu stürzen drohen. In "Seelensterben" verknüpft Heitz Handlungen aus seinen früheren Horror- und Mysteryromanen. So trifft man etwa auf die untote Vampirin Sia ("Judassohn"), den Personaltrainer Ares Löwenstein ("Totenblick"), die Seelenwanderer Gregor Dubois und Inverno ("Krieg der alten Seelen") oder den Bestatter Konstantin Korff ("Oneiros"), der alle um ihn herum unabsichtlich umbringt, wenn er einschläft.

Die Handlung: Löwenstein und Korff verbünden sich mit von Bechstein (vormals Claire), deren Mann entführt worden ist. Sie reisen nach Wien und Kanada, während Sia ihren Liebsten Eric von Kastell und Ziehtochter Elena sucht. Auch die Geheimorganisation Libra spielt eine wichtige Rolle. Wer die Vorgängerbücher nicht kennt, braucht eine ganze Weile, ehe er sich zurechtfindet und die Konstellationen einordnen kann. Das tut der Spannung allerdings keinen Abbruch, die Heitz gewohnt routiniert aufbaut, mit Parallelhandlungen und drastischen Formulierungen zum Kapitelende. Man ist schnell drin im Handlungsfluss, der ähnlich wie die Zwerge- oder Albae-Romane zwischen Erzähl- und Kampfszenen wechselt. Einen Abschluss gönnt Heitz den Helden allerdings hier nicht, "Seelensterben" ist ein klassischer Fortsetzungsroman, der zwar lose Enden aufnimmt und verwebt, aber wieder Fragen offen lässt.

Wer Johannes Steck als Stammvorleser von Heitz‘ Zwerge- und Albae-Romanen schätzt, findet in Uve Teschner einen würdigen Vertreter, der Charakter und Stimmungen der Figuren ebenso überzeugend zu vermitteln vermag.

Markus Heitz: Exkarnation - Seelensterben, Audio-Media-Verlag, 600 Minuten, gekürzte Lesung, ISBN: 987-3-95639-021-0. Markus Heitz liest am Mittwoch, 27. Januar, im Pressezentrum des Pfälzischen Merkur.