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Schwere Vorwürfe gegen Leiharbeits-Unternehmen

Schwere Vorwürfe gegen Leiharbeits-Unternehmen

Zweibrücken. Die IG Metall prangert skandalöses Verhalten bei einem Leiharbeits-Unternehmen aus dem Saarpfalz-Kreis an. Wie Ralf Cavelius (Foto: pm), Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall Homburg-Saarpfalz, auf Anfrage des Pfälzischen Merkur erklärt, gehe das Leiharbeitsunternehmen "schlicht und ergreifend unverschämt" mit seinen Mitarbeitern um

Zweibrücken. Die IG Metall prangert skandalöses Verhalten bei einem Leiharbeits-Unternehmen aus dem Saarpfalz-Kreis an. Wie Ralf Cavelius (Foto: pm), Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall Homburg-Saarpfalz, auf Anfrage des Pfälzischen Merkur erklärt, gehe das Leiharbeitsunternehmen "schlicht und ergreifend unverschämt" mit seinen Mitarbeitern um.Cavelius: "Das Unternehmen verleiht Mitarbeiter an den Kranbauer Terex in Zweibrücken. Terex hat ja seit einiger Zeit Probleme, was sich auf die Personalpolitik auswirkt." Der Kranbauer habe daher Leiharbeit in größerem Umfang reduziert. "Als klar war, dass die Leiharbeiter bei Terex nicht mehr gebraucht würden, ging das Verleih-Unternehmen hin und kündigte praktisch synchron, also unmittelbar danach, den Leiharbeitern." Es könne nicht angehen, dass ein Leiharbeiter derart agiere, denn, so argumentiert der Metaller: "Die Aufgabe eines Leiharbeits-Unternehmens muss es sein, für seine Mitarbeiter Arbeitgeber zu finden, die diese Leiharbeiter benötigen. Werden die Leiharbeiter bei Terex nicht mehr gebraucht, muss es dafür sorgen, dass die Leiharbeiter in einem anderen Unternehmen tätig werden können."

So, wie das Leiharbeits-Unternehmen aus dem Saarpfalz-Kreis vorgehe, "muss man den Eindruck gewinnen, es handelt sich hierbei um eine ausgesourcte Personalabteilung von Terex und sonst nichts." Der Gewerkschaftssekretär zürnt: "Wir erleben hier Formen moderner Sklaverei."

Cavelius merkt aber auch an, dass Terex das Schicksal der betroffenen Leiharbeiter nicht egal sei. "Terex versucht, einige der Betroffenen in einem Standort in Bad Schönborn unterzubringen", lobt er das Bemühen des Kranbauers.

Der zweite Vorwurf, denn Cavelius dem Leiharbeits-Unternehmen, das mit Terex zusammenarbeitet, macht, wiegt noch schwerer, als der erste. Cavelius: "Es gab mehrere Fälle, in denen das Unternehmen gekündigten Mitarbeiter bat, ,der guten Ordnung wegen' die Kündigung zu unterschreiben." Arglos hätten einige unterschrieben. "Was sie später erst erfuhren, war, dass sie in Wirklichkeit ein Schriftstück unterschrieben, auf dem stand, dass sie auf alle möglichen Ansprüche gegen das Leiharbeits-Unternehmen verzichten", so der Metaller. "Mir sind zwei Fälle bekannt, da ließ man das Schriftstück Franzosen unterschreiben. Mitarbeiter des Leiharbeits-Unternehmens sind extra zu denen nach Frankreich gefahren. Die Betroffenen verstanden überhaupt nicht, was sie da unterschrieben." Das sei in hohem Maße arglistig gewesen.

Das betroffene Unternehmen erklärte gestern, es wolle derzeit keine Stellungnahme zu den Vorwürfen abgeben. Es handele sich hier um laufende Verfahren, erklärte der Rechtsanwalt. "Wir erleben hier Formen moderner Sklaverei."

Ralf Cavelius