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Seniorenheim: Schülerinnen lesen für Senioren

Seniorenheim : Schülerinnen lesen für Senioren

Von Nadine Bröcker

In der großen Wohnküche im oberen Wohnbereich des Haus Sarepta sind einige Bewohner eng um einen Tisch zusammengerückt. Aufmerksam hören sie zu, was die zwölfjährige Zoe und die 13-jährigen Fabienne am Montagnachmittag von sich geben.

Die beiden Schülerinnen haben einfach zwischen den Bewohnern Platz genommen und lesen Weihnachtsgeschichten von Siegfried Lenz vor. Dafür haben die beiden natürlich im Vorfeld geübt und doch ist es eine Herausforderung, vor fremden Menschen zu lesen. „Die Mädchen machen das gut“, findet im Anschluss eine Bewohnerin und auch Christine Nothhaft, Lehrerin an der IGS Contwig, freut sich, dass die Mädchen so gut ankommen. Eine Etage tiefer lesen noch zwei weitere Schülerinnen der siebten Jahrgangsstufe Weihnachtsgeschichten vor und am Morgen wurde zusätzlich noch die Kindertagesstätte besucht. Die Idee zu diesem Vorlesebesuch kam recht spontan zwei Wochen zuvor. „Es ist so, dass wir gemerkt haben, dass es bei den Schülern immer schwieriger mit dem Lesen wird und auch Zuhause weniger gelesen wird. Wir möchten die Schüler wieder dorthin führen“, erklärt Christine Nothhaft. So wurde sich also im Kollegium Gedanken gemacht und die Idee des Vorlesens zur Leseförderung wurde geboren. Aktiv gingen die Lehrkräfte auf die Suche nach lesebegeisterten Schülern und wurde bei sechs Mädchen schließlich fündig.

Da sich die IGS in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kindergarten und zum Haus Sarepta befindet, war es naheliegend, diese beiden Einrichtungen zu besuchen. Und weil man gerade in der Weihnachtszeit gerne anderen eine Freude machen möchte, wollten die Lehrkräfte keine Zeit verlieren und ihr Vorhaben auch spontan in die Tat umsetzen. „Wir wollten es einfach mal ausprobieren und es als Experiment wagen“, erklärt IGS-Schulleiter Thomas Höchst. Als gelungen könnte man das Experiment auf jeden Fall bezeichnen und so sollen die Erfahrungen mitgenommen und für eine erneute Ausführung im nächsten Jahr eingebunden werden, dann vielleicht sogar in mehreren Einrichtungen oder auch zusätzlich mit einem anderen gemeinsamen Angebot für Schüler und Senioren. Die beiden mutigen Vorleserinnen Zoe und Fabienne jedenfalls sind sich sicher, dass sie auch beim nächsten Mal wieder mitmachen werden. „Ich finde, es hat viel Spaß gemacht“, erklärt Zoe. Und Fabienne ergänzt:“ Ich fand schön, dass die älteren Menschen uns so intensiv zugehört haben und es hat uns glücklich gemacht, sie so glücklich zu sehen.“