Schüler des Hofenfels-Gymnasiums zeigen Werke im Zweibrücker Rathaus Eine Augenweide in Blau und Weiß

Zweibrücken · Im Zweibrücker Rathaus stellen zurzeit Schüler und Schülerinnen des Hofenfels-Gymnasiums Werke aus, die an die Delfter Kachelkunst erinnern sollen.

Im Rathaus kann man die Werke der Hofenfels-Schüler bewundern.

Im Rathaus kann man die Werke der Hofenfels-Schüler bewundern.

Foto: Susanne Lilischkis

Im Rathaus wurde am vergangenen Mittwoch eine Ausstellung mit Werken von Schülern und Schülerinnen des Hofenfels-Gymnasiums eröffnet. Die jungen Künstler der zwölften Jahrgangsstufe beschäftigten sich unter der Leitung von Kunsterzieherin Iris Seyler mit dem Delfter Blau. Die Werke spielen farblich und inhaltlich mit den Motiven und formalen Konventionen der traditionsreichen Delfter Kachelkunst und deren Motiven. Sie stammen aus der Arbeits-, Pflanzen- und Tierwelt, es gibt aber auch zahlreiche Landschaftsdarstellungen.

„Die Delfter Kacheln waren die holländische Antwort auf Porzellan aus China, das sehr teuer war“, erklärte Iris Seyler, „man hat damals dieses Porzellan imitiert. So haben wir es auch gemacht – mit Siebdruck auf Kacheln, die vom Baumarkt stammen.“

Einen Einblick in die Fayencekunst aus Delft gab anschließend Anja Weilbach-Pieters, die aus Südafrika stammt, aber holländische Wurzeln hat. Sie begrüßte die Gäste auf Niederländisch. Die Kunsterzieherin vom Leibnitz-Gymnasium in Pirmasens wies in ihrem kleinen Vortrag darauf hin, dass die Holländer nicht nur versuchten, die chinesischen Motive wie Fische, Pagoden oder Blumen nachzuahmen. Sie verlegten sich vielmehr auf Darstellungen des Lebens in den Niederlanden. So tauchten auf den Porzellankunstwerken auch Windmühlen, Schiffe oder Wassermotive auf. Genauso hielten es die Schüler. Da war zum Beispiel eine Waschmaschine zu sehen oder ein Fahrrad.

Einige von ihnen setzten sich mit dem Werk „Die niederländischen Sprichwörter“ von Pieter Bruegel des Älteren auseinander und interpretieren sie auf ihre ganz eigene Weise. Besonderes Interesse weckten dabei Sprichwörter, die in der deutschen Sprache nicht existieren, oder seit dem 16. Jahrhundert verloren gingen. So bedeutete zum Beispiel „ein Auge im Segel haben“ gut aufzupassen, während „jemand sieht den Bären tanzen“ tatsächlich darauf hinwies, dass eine Person Hunger litt.

Die erste Beigeordnete Christina Rauch bedankte sich bei allen Teilnehmern für die liebevoll gestalteten Fliesen, die eine Bereicherung des Rathauses darstellten: „Das ist tolle Handwerkskunst.“

Für Iris Seyler sind die Kacheln vor allem visuell reizvoll, wenn auch etwas befremdlich oder enigmatisch für den modernen Betrachter. Und es finden sich auch deftige Motive darunter. „In den Niederlanden gibt es ein Sprichwort – man sagt ‚gegen den Mond pissen‘ und meint damit, sich anzustrengen, etwas Unmögliches zu erreichen. Das sehe ich hier dargestellt“, meinte Anja Weilbach-Pieters. Die Kunsterzieherin gab den Jugendlichen Folgendes mit auf den Weg: „Bleibt kreativ, das beflügelt die Seele!“

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler des Zweibrücker Hofenfels-Gymnasiums: Seline Anstett, Paula Bartone, Nele Brünisholz, Sean Buch, Mathilda Ciba, Max Fleischer, Kim-Eileen Gehlbach, Amelie Hasselbach, Johanna Helfrich, Fiona Hoffmann, Mia Huber, Andrej Kalinic, Julia Kuntz, Marcel Mang, Lilli Neuheisel, Michelle Nocevka, Thanusha Paramakuru, Raphael Schindeldecker, Jonah Tams, Clara Triem, Julia Wollschläger.