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Schrumpft oder wächst Zweibrücken?

Schrumpft oder wächst Zweibrücken?

Zweibrücken. Werden die Zweibrücker in den nächsten Jahren mehr oder weniger? Diese Frage wurde gestern Abend im Stadtrats-Hauptausschuss diskutiert. Anlass war eine Auftragserhöhung für den "Kommunalen Verkehrsplan Zweibrücken"

Zweibrücken. Werden die Zweibrücker in den nächsten Jahren mehr oder weniger? Diese Frage wurde gestern Abend im Stadtrats-Hauptausschuss diskutiert. Anlass war eine Auftragserhöhung für den "Kommunalen Verkehrsplan Zweibrücken".Bislang hat das hierfür zuständige Koblenzer Ingenieurbüro Vertec nämlich erst ein Szenario "stagnierende Verkehrsentwicklung" prognostiziert, das bis zum Jahr 2025 in Zweibrücken von einem Bevölkerungsrückgang von um die zehn Prozent ausgeht. Basis ist die Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamtes. Oberbürgermeister Helmut Reichling dagegen erwartet ein Bevölkerungs-Wachstum - vor dem Hintergrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahre. Nun soll Vertec auch noch hierfür ein Szenario mit mehr Verkehr erstellen, beschloss der Ausschuss gegen die Stimmen von Gertrud Schanne-Raab (Grüne Liste) und Walter Rimbrecht (SPD). Der Gesamtauftrag wird dadurch um 5000 auf 101000 Euro erhöht. Schanne-Raab bezweifelte, ob ein Wachstums-Szenario "überhaupt realistisch ist". Reichling sagte: "Ich gehe nicht von einem Rückgang aus, kann aber danebenliegen." Er fände es sinnvoll - traue sich wegen der Kosten von rund 20000 Euro aber nicht, dies dem Rat vorzuschlagen - eine eigene Bevölkerungsprognose in Auftrag zu geben, die mehr Daten als die des Statistischen Landesamtes enthält. Reichling solle nicht so kleinlaut sein, entgegnete SPD-Fraktionsgeschäftsführer Berni Düker: "Guten und wohlbegründeten Vorschlägen gegenüber sind wir immer aufgeschlossen." Jürgen Kroh (CDU) schlug vor, dann gleich Nägel mit Köpfen zu machen, woraufhin die SPD meinte, das Thema doch besser auf Reichlings zweite Amtszeit zu verschieben. Reichling warnte vor einer "sich selbst erfüllenden Prophezeiung". Wenn das Landesamt einen Bevölkerungsrückgang vorhersage, könne dies zu Schulschließungen führen, woraufhin die Stadt für Familien unattraktiver werde und am Ende tatsächlich Bevölkerung verliere. Karl Glahn (FDP) lehnte demografische Prognosen ab: "In Zeiten der Globalisierung und offener Grenzen ist es sehr, sehr gefährlich, die Bevölkerungszahl in zehn, zwanzig Jahren zu prophezeien." "Uns droht eine sich selbst erfüllende Prophezeiung."Helmut Reichling